Widerhall im Ohr: Nicht notgedrungen ein Hörsturz

September 5, 2014

Bei einem Widerhall im Ohr denken viele Menschen an Hörsturz und Tinnitus. Doch die Ursachen können auch weit harmloser sein.
Die Angst vor den beiden ernsten Konsequenzen ist jedoch begründet: Ein Widerhall im Ohr ist eine der typischen Begleiterscheinungen eines Hörsturzes. Gewöhnlich entwickelt sich das Geräusch im Ohr dann im Laufe der Zeit weiter und wird zu einem "bekannten" Tinnitus, der sich beispielsweise als Pfeifen äußert. Wird der Ohrwiderhall als Begleiterscheinung eines Hörsturzes nicht zeitnah behandelt, entwickelt er sich zu einem chronischen Tinnitus.

Diagnose: Tritt der Widerhall im Ohr alleine auf?

Die entscheidende Frage, wenn man einen Ohrwiderhall bei sich selbst feststellt, lautet: Tritt diese merkwürdige Geräuschwahrnehmung, die man plötzlich erfährt, alleine auf oder gibt es noch weitere Symptome? Fühlt man beispielsweise neben dem Ohrenwiderhall noch ein Schwindelgefühl oder kann man die Alltagsgeräusche nicht mehr bzw. nur sehr schwer wahrnehmen? Sollte der Widerhall im Ohr nicht alleine erscheinen, so handelt es sich vermutlich tatsächlich um einen Hörsturz. In diesem Fall lautet die nächste Frage, ob die Symptome nur einseitig (also z.B. nur im rechten Ohr) auftreten oder in beiden Gehörgängen wahrzunehmen sind? Dies ist für die weitere Diagnose und die anschließende Behandlung durch den Facharzt wichtig, zu dem man sich unbedingt begeben sollte.

Ohrenwiderhall erscheint alleine: Die Erklärung

Nimmt man allerdings nur einen Widerhall im Ohr wahr und zeigt ansonsten keine Symptome, so hat sich vermutlich Flüssigkeit im Gehörgang aufgestaut. In der Fachsprache spricht man von einer Sekretansammlung in der Eustachischen Röhre. Leidet man lange unter einem Widerhall im Ohr, kann man dieses Problem meist durch eine einfache Selbstdiagnose bestätigen. Die Flüssigkeit breitet sich ohne Behandlung aus: Wenn man sehr vorsichtig mit einem Ohrenstäbchen in den Gehörgang fährt, sollte man eine Probe der Flüssigkeit nehmen können. Gelingt dies, stammt der Widerhall im Ohr von der Sekretansammlung. Aber an dieser Stelle zugleich auch eine Warnung: Keinesfalls darf man dies tun, wenn man Schmerzen bei Berührung im Ohr feststellt. Das Sekret ist vermutlich entweder eine einfache Wasserablagerung oder aber Eiter. Letzterer verursacht Schmerzen, deutet zudem auf eine Entzündung hin und verursacht ohne Behandlung großen Schaden. Der Widerhall im Ohr als Resultat von Flüssigkeit im Gehörgang führt zwar in aller Regel nicht zu einem chronischen Tinnitus – aber auch hier nur, wenn man eine Behandlung anstrebt und das Problem nicht einfach nur ignoriert.

Was bei einem Widerhall im Ohr zu tun ist

Ganz gleich, aus welchen Gründen man einen Widerhall im Ohr spürt: Der erste Weg führt immer zum HNO-Arzt. Das Sekret in der Eustachischen Röhre kann man nämlich nicht eigenständig ableiten. Das Trommelfell verhindert dies. Es gibt zwar einfache Behandlungsmöglichkeiten mit Nasentropfen und der Inhalation gewisser Öle, doch diese helfen nur, wenn es sich um Wasserablagerungen handelt. Bei Eiter muss der Fachmediziner aktiv werden. Jener muss also zuerst einmal bestimmen, welche Flüssigkeit den Widerhall im Ohr ausgelöst hat. Stammt dieser von einem Hörsturz, muss man ohnehin auf jeden Fall zum Arzt. Wer häufiger unter einem Ohrwiderhall leidet, sollte zudem versuchen, gesünder zu leben: Weniger (bzw. am besten gar kein) Koffein, mehr Bewegung (regelmäßiger Sport), so wenig Stress wie möglich und sehr wichtig: so wenig Cholesterin und Lärmbelästigung wie möglich haben sich bewährt. Vor allem eine ständige Lärmbelästigung z.B. am Arbeitsplatz kann zum Ohrenwiderhall oder auch zu anderen Geräuschen im Ohr führen. Muss man ständig dort sein, wo es sehr laut ist, sollte man sich mit Ohrenstöpseln oder Kopfhörern schützten. So bekämpft man nicht nur den Widerhall im Ohr, sondern verhindert, dass dieser überhaupt auftritt.

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