Wenn die Ohren dröhnen: Die Ergebnisse der DTL-Tagung

April 5, 2015

Die Deutsche Tinnitus Liga e.V. (DTL) hat zur Jahrestagung geladen.
Die Referenten zeigten Wege gegen das Ohren dröhnen auf

Natürlich standen neben dem Ohren dröhnen auch andere Tinnitus-Geräusche auf dem Bekämpfungsplan der Veranstaltung, die offiziell den Titel "18. Klinikvertretertreffen und 10. TRT-Treffen der Deutschen Tinnitus Liga e.V." trug. Schwerpunkt und roter Faden der Veranstaltung war die Frage, welche Therapien wann wirklich helfen. Der diesbezüglich wohl interessanteste Beitrag drehte sich um den optimalen Behandlungszeitpunkt. Das Fazit: Wenn die Ohren dröhnen, ist es für eine vollständige Heilung vom Tinnitus vermutlich schon zu spät.

Hyperakusis als Ansatzpunkt für künftige Tinnitus-Therapien

Der zuständige Experte referierte über die Hyperakusis – also die schmerzhafte Geräuschempfindung bzw. krankhafte Überempfindlichkeit gegen Schall aller Art. Bei der Hyperakusis handele es sich um eine Form des "Prä-Tinnitus", die also den Geräuschen im Ohr vorausgingen. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn die Ohren dröhnen und dieses Geräusch ein chronischer Tinnitus ist (also länger als drei Monate besteht), dann lag vor dem Beginn des Dröhnens eine solche schmerzhafte Überempfindlichkeit vor. Um die vollständige Ausprägung wirklich zu verhindern, müsse man bereits hier ansetzen und therapieren, so der Beitrag. Die Hyperakusis sei der einzige Zeitpunkt, um zu verhindern, dass später die Ohren dröhnen.

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Gegen das Ohren dröhnen: Therapien machen Hoffnung

Was aber, wenn dieser Zeitpunkt schon verstrichen ist und die Ohren dröhnen oder ein anderes Tinnitus-Geräusch vorliegt? Diesbezüglich machte der Eröffnungsvortrag die größten Hoffnungen. Hier berichtete ein Experte über den aktuellen Stand der medizinischen Behandlung gegen den Tinnitus. Seine Quintessenz lautet: Wenn die Ohren dröhnen oder es ein anderes Geräusch gibt, so helfen mittlerweile viele Behandlungen. Der Referent hob dabei die kognitive Verhaltenstherapie besonders hervor, da diese "evidenzbasiert" sei. Dies bedeutet, dass sich diese Behandlungsform inzwischen in zahlreichen Studien bewährt hat. Der Beiträger plädierte zudem dafür, bei den Therapien künftig sehr viel energischer zwischen akutem und chronischem Tinnitus zu unterscheiden. Er bezog sich auf die in seinen Augen falsche Gleichheit von Behandlungsansätzen. Als Beispiel: Nur weil einmal oder wenige Tage die Ohren dröhnen, soll man nicht genauso vorgehen, als sei dies bereits seit Monaten (oder Jahren) der Fall.

Wenn die Ohren dröhnen: Neue Ansätze in der Hörtherapie

Ein weiterer Beitrag informierte über die neuesten Ergebnisse bezüglich Hörtherapie und Tinnitus. Dieses Feld arbeitet eng mit dem Retraining zusammen. Der Referent erklärte so, dass, wenn beispielsweise die Ohren dröhnen oder ein anderes Geräusch vorliegt, mit einer Hörtherapie psychologische Tinnitus-Faktoren ausgeräumt werden können, wie z.B. Konflikte, die noch zu bewältigen sind. In der Hörtherapie habe sich gezeigt, dass man das Gehirn sehr gut konditionieren könne, um Emotionen als mögliche Tinnitus-Ursache zu offenbaren. So solle man beispielsweise gegen ein Ohren dröhnen ins Freie gehen und immer leiseren Geräuschen lauschen und dabei notieren, was man empfinde und wie sich diese Gefühle veränderten. Dieses Hörerlebnis werde anschließend mit einem Therapeuten aufgearbeitet, was sich als sehr wirksam z.B. gegen das Ohren dröhnen erwiesen habe.

Ohren dröhnen bei Jugendlichen: Eigentlich keine neue Entwicklung

Ohren dröhnen und die sonstigen Tinnitus-Geräusche treten verstärkt bei Jugendlichen auf. Mit einer entsprechenden Studie sorgte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jüngst für Aufsehen. Dem widersprach ein besonderer Beitrag über den Tinnitus bei Jugendlichen. Ohren dröhnen und die weiteren Geräusche hätten bei diesen schon immer in großer Zahl vorgelegen. Man mache sich dies heute nur besser bewusst. Gegen das Ohren dröhnen oder einen anderen Tinnitus bei Jugendlichen könne man sehr gut mit einem Hörgerät behandeln. Zuerst sei dabei abzuklären, ob möglicherweise eine Hörstörung vorliege.

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