Was ist ein Tinnitus eigentlich genau?

Oktober 17, 2013

Ein Tinnitus ist ein Symptom, bei dem Betroffene störende Ohrgeräusche hören. Diese sind für andere Menschen meist nicht wahrnehmbar. 
Die Bezeichnung stammt von den lateinischen Vokabeln Tinnitus aurium, die übersetzt "Klingeln der Ohren" bedeuten. Tatsächlich beschränken sich die Geräusche aber nicht nur auf ein Klingeln. Viele Patienten schildern auch, sie hörten ein Rauschen, Surren, Zischen oder eine Mischung der Töne. 

Ein Tinnitus ist keine Krankheit 

Wie erwähnt ist ein Tinnitus ein Symptom (oder seltener auch ein Syndrom) und keine Krankheit. Er ist diesbezüglich vergleichbar mit einem Schmerz. Er weist darauf hin, dass der Körper an anderer Stelle erkrankt ist. Die eigentliche Frage, die sich hinter einem Tinnitus verbirgt, lautet deshalb: Welche Ursachen haben die störenden Ohrgeräusche

Zu unterscheiden ist dabei zwischen einem subjektiven und einem objektiven Tinnitus. Im zweiten Fall können auch andere Menschen die Geräusche wahrnehmen, was es erleichtert, die Quelle zu identifizieren und zu beseitigen. Die meisten Betroffenen haben jedoch einen subjektiven Tinnitus, der nur für sie hörbar ist. Die Zahl der möglichen Quellen ist enorm: Mehr als 200 unterschiedliche Ursachen, welche die Ohrgeräusche verursachen können, sind bekannt. Experten sind zudem der Ansicht, dass diese Liste nicht vollständig ist. Häufig kann die Quelle des Tinnitus aus diesem Grund nicht gefunden werden. 

6,4 Millionen Deutsche leiden unter einem chronischen Tinnitus

25 Prozent aller Deutschen haben in ihrem Leben schon einmal ein Ohrgeräusch gehört. In der Mehrzahl der Fälle verschwindet es nach einiger Zeit von alleine wieder. Bleibt es keine drei Monate, so spricht man von einem akuten Tinnitus. Hat man jedoch länger als ein Vierteljahr mit den Ohrgeräuschen zu kämpfen, so handelt es sich um einen chronischen Tinnitus. Laut einer Statistik der "Barmer GEK" sind acht Prozent der Bundesbürger von diesem betroffen. Dies sind umgerechnet etwa 6,4 Millionen Menschen.

Ein Tinnitus kann die Lebensführung stark beeinträchtigen

Verschwinden die Ohrgeräusche nicht von selbst oder können kuriert werden, hilft häufig ein sogenanntes "Retraining". In dessen Rahmen lernen die Menschen, sich an den Tinnitus zu gewöhnen und ihn als Teil ihres Lebens zu akzeptieren. Ein Prozent der Deutschen – etwa 800.000 Menschen – schafft dies jedoch nicht. Der Tinnitus beeinträchtigt sie stark in ihrer Lebensführung und stellt eine erhebliche nervliche Belastung dar, die häufig zu Depressionen führt, aber mit Stressabbau gemildert werden kann. Leider gilt auch das Gegenteil: Wer bereits mit psychischen Problemen und im schlimmsten Fällen mit Depressionen zu kämpfen hat, leidet anschließend laut "Barmer GEK" überproportional oft auch unter einem Tinnitus.

In diesen Fällen ist ein Tinnitus besonders wahrscheinlich

Prinzipiell ist ein Tinnitus ein Phänomen, das jeden treffen kann. Allerdings steigt die Wahrscheinlichkeit besonders im Alter drastisch an. So treten die Beschwerden laut "Deutscher Tinnitus Liga" verstärkt zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Die Krankenkassen sehen dies etwas anders: Sie sprechen von einem erhöhten Risiko ab dem 60. Lebensjahr. 
Einig sind sich zudem alle Experten, dass Personen, die häufig großem Stress ausgesetzt sind, ebenfalls stark gefährdet sind. Dies hat für die Betroffenen im Umkehrschluss jedoch auch eine positive Botschaft: Wer den Stress beseitigen kann, eliminiert häufig so auch den Tinnitus.

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