Tuckern im Ohr: Studie deckt Alltagsfolgen auf

Mai 15, 2015

Eine Studie hat sich mit den Alltagsfolgen von
Tinnitus, wie z.B. einem Tuckern im Ohr, beschäftigt

Diese sind vor allem im Job mit weit reichenden Folgen verbunden. Die Untersuchung stammt aus Schweden und hatte es sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, eine alte These zu testen: Vermindern Geräusche im Gehörgang wie z.B. ein Tuckern im Ohr die Konzentrationsfähigkeit? Jeder, der ein Tuckern im Ohr oder einen anderen Tinnitus hat, wird dies spontan bejahen, doch tatsächlich ist bisher kaum untersucht worden, wie weit der Konzentrationsverlust reicht und ob man etwas dagegen tun kann. Die schwedische Studie erreichte viel mehr als erhofft: Die Untersuchung beschrieb eindrucksvoll die Alltagsfolgen von einem Tuckern im Ohr oder einem anderen Tinnitus und konnte aufdecken, dass insbesondere im Job die Konsequenzen sehr deutlich spürbar werden.

Tuckern im Ohr: Gehirn arbeitet stark beeinträchtigt

Der Studienaufbau sah vor, die Gehirne von Gesunden mit denen von solchen Personen zu vergleichen, die unter einem Tuckern im Ohr oder einem sonstigen Tinnitus leiden. Bedingung war lediglich, dass die Geräusche im Ohr subjektiv und chronisch sein müssten. Nur die Betroffenen können also z.B. das Tuckern im Ohr hören und dies seit mindestens drei Monaten. Beide Gruppen (gesund und erkrankt) wurden Aufgaben vorgesetzt, die eigentlich nur die Konzentrationsfähigkeit testen sollten, dann aber immer ausgefeilter wurden und enttarnten, dass ein Tinnitus die Arbeitsleistung des Gehirns stark beeinträchtigt.

Stroop-Paradigma deckt Folgen vom Tuckern im Ohr auf

Den Durchbruch in der Studie brachte das sogenannte Stroop-Paradigma, dass vom Gehirn eine nicht ganz einfache Transferleistung erfordert. Die Probanden sollten die Farbe angeben, in der ein bestimmtes Wort geschrieben ist, allerdings war dabei ein Pferdefuß. Der geneigte Leser kann einen Selbsttest machen: In welcher Farbe ist das Wort "Blau" geschrieben? Vermutlich benötigen Sie einige Sekunden, um zur richtigen Antwort "Schwarz" zu kommen. Der gegenläufige Inhalt des Wortes "Blau" verwirrt das Gehirn. Personen mit einem Tuckern im Ohr oder einem anderen Tinnitus brauchten in der schwedischen Studie unverhältnismäßig lange, um das verwirrende Paradigma zu meistern.

Eine neue These für die Folgen vom Tuckern im Ohr

Die Wissenschaftler entwickelten aus dieser Erkenntnis eine neue These für die Folgen von einem Tuckern im Ohr oder einem anderen Tinnitus: Den Betroffenen fällt es prinzipiell schwer, (mindestens) zwei Dinge zur gleichen Zeit zu erledigen. Sie können beispielsweise nicht gleichzeitig telefonieren und darauf achten, dass das Essen auf dem Herd nicht ungenießbar wird. Eine ältere Studie, die in Sydney durchgeführt wurde, ging in eine ähnliche Richtung: Dort mussten Personen mit einem Tuckern im Ohr Wörter auf einem Computer-Screen vorlesen und zudem eine Taste drücken, wenn ein Rechteck eingeblendet wurde. Die Tinnitus-Patienten versagten. Die Studie aus Schweden bestätigte die älteren Erkenntnisse aus Australien. In Sydney hatte man allerdings noch nicht derart explizit den Zusammenhang zwischen Tuckern im Ohr bzw. jedem Tinnitus und der Verminderung der Leistungsfähigkeit des Gehirns gezogen, wie dies jetzt in Skandinavien geschehen ist.

Tuckern im Ohr wird in anspruchsvollen Situationen zum Problem

Das Resultat der schwedischen Studie lautet: Ein Tinnitus wie z.B. ein Tuckern im Ohr wird im Alltag in anspruchsvollen Situationen zum Problem. Insbesondere auf der Arbeit kann man Probleme bekommen, weil viele Jobs es erfordern, dass man zwei Dinge gleichzeitig tut. Hier sind sowohl das autobiografische wie auch das Arbeitsgedächtnis gefragt: Sie beide werden z.B. durch ein Tuckern im Ohr deutlich geschädigt. Und, die Untersuchung sagt dies nicht, allerdings lässt sich folgende These aus älteren Forschungen ableiten: Der Umstand, dass das Gehirn durch das Tuckern im Ohr nicht so arbeitet, wie es soll, sorgt für mehr Stress. Und der verstärkt bekanntlich den Tinnitus. Der Teufelskreis rund um die Geräusche im Gehörgang ist durch das anfängliche Tuckern im Ohr beschritten.

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