Tinnitus – Zeit für berufliche Veränderungen

Oktober 22, 2014

Es kam der kam der Tag, an dem meine Ohren protestierten und sich
ein Tinnitus ankündigte. Da merkte ich: Es war Zeit, kürzer zu treten.

Mein Job hat mir Spaß gemacht. Ich habe gerne mit Menschen gearbeitet und auch die vielen Überstunden sah ich stets nur als Bestätigung meiner Leistung an. Heute weiß ich, dass ein Rauschen im Ohr, ein Pfeifen im Ohr, sprich Tinnitus, welches länger als ein paar Tage anhält, keinen Aufschub duldet und so schnell wie möglich von einem Facharzt überprüft werden muss. Denn ein Tinnitus kann gefährliche Auswirkungen auf das gesamte Leben eines Menschen haben.

Dem Erfolg hinterher – mein Weg bis zum Tinnitus

Als Personalreferent habe ich die Geschicke des Unternehmens, bei dem ich beschäftigt war, maßgeblich beeinflusst. 60 Stunden pro Woche zu arbeiten machte mir nichts aus. Doch von einem auf den anderen Tag war alles anders. Es kündigte sich zunächst ein leises Rauschen im Ohr an. Nicht wirklich unangenehm und gerade noch so am Rande der Wahrnehmbarkeit. Das dies die ersten Anzeichen des Tinnitus waren, wusste ich bis dahin nicht. Es störte mich nicht wirklich und so sah ich keinen Handlungsbedarf. Ich arbeitete einfach weiter wie bisher. Stürzte mich vielleicht sogar noch intensiver in die Arbeit, da ich dann dieses leise Rauschen besser ignorieren konnte. Bewerbungsgespräche – Gehaltsverhandlungen – Abmahnungen – alles lief genauso wie vorher. Nur verschlimmerte ich mit meinem Verhalten meinen Tinnitus, anstatt ihn rechtzeitig behandeln zu lassen.

Auf den eigenen Körper hören – Tinnitus als Warnsignal

Dann wurde eines Tages aus dem leisen Rauschen des Tinnitus ein nicht mehr ganz so leises Pfeifen. Nun war ich alarmiert. Dieses Pfeifen war ein echtes Warnsignal meines Körpers, also machte ich mir einen Termin bei meinem Hausarzt aus. Denn Pfeifen und Tinnitus – da hatte ich bereits etwas von gehört. Da der Termin erst in 2 Wochen war, konnte ich natürlich bis dahin nochmal richtig Gas geben. Mit dem Ergebnis, dass sich das Piepen immer mehr intensivierte. Je mehr ich versuchte, mich durch Arbeit und Action abzulenken, umso lauter und dominanter wurde das Geräusch. Vor allem am Abend war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich fand keine Ruhe mehr, war gestresst, übermüdet und abgespannt. Der Tinnitus kontrollierte mein Leben. Dann machte ich die ersten Fehler im Büro. Zuerst nur vereinzelt, dann immer mehr.

Raus aus der Tretmühle – dem Tinnitus den Kampf ansagen

Ich ging zu meinem unmittelbaren Vorgesetzten, erklärte meine Probleme und war überrascht, wie verständnisvoll reagiert wurde. Ich sollte zunächst meine Überstunden abfeiern und mich ärztlich abchecken lassen. Denn Tinnitus war in unserer Branche weiter verbreitet als gedacht. Also verzichtete ich auf den Termin bei meinem Hausarzt und begab mich direkt in die Hände eines Spezialisten. Die Diagnose Tinnitus war schnell gestellt. Eine gezielte Tinnitus-Therapie hilft mir nun dabei, das Ohrgeräusch zu minimieren. Laut meinem Arzt war ich wohl gerade noch früh genug dran, um einen chronischen Tinnitus zu vermeiden. Aber wir müssen erst einmal abwarten, was die Therapie ergeben wird.

Ich habe jetzt meinen Job zwar nicht aufgegeben, doch die Stundenzahl reduziert und auf mehr Leute für meine Abteilung bestanden. Nun delegiere ich mehr. Ich muss zwar auch das noch lernen, doch meine Gesundheit ist mir wichtiger als der berufliche Erfolg. Der leise Warnton in meinem Ohr erinnert mich tagtäglich daran.

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