Tinnitus verhinderte Schlaganfall

November 19, 2014

Bei Annette trat nach langjähriger Schwerhörigkeit
ein neuer Tinnitus auf und rettete ihr Leben.

In ihrer Familie zeichnete sich bei weiblichen Mitgliedern (offenbar erblich bedingt) jeweils ab Mitte 40 ein Nachlassen der Hörstärke ab. Das Phänomen begann jeweils mit Tinnitus und endete alsbald als einseitige Schwerhörigkeit, welche den Einsatz eines Hörgerätes nötig machte. Auch Annette lernte nach einer Hörgeräteberatung damit zu leben und kam mit ihrer Hörhilfe gut zurecht. In ihrem Alltag fühlte sie sich dadurch in keinster Weise eingeschränkt. Ca. 10 Jahre später tauchte ein weiterer, andersartiger Tinnitus auf. Es handelte sich um ein Summen beider Ohren, welches sich zunächst intervallartig zeigte, bis es sich zu etablieren schien. Jegliche Therapieansätze gegen den Tinnitus brachten keine Besserung, bis den Ärzten die eigentliche Ursache klar wurde.

Tinnitus – alle Strategien halfen nichts

Annette, 56 Jahre alt, Verkäuferin im Lebensmitteldiscounter und Mutter zweier erwachsener Kinder verstand die Welt nicht mehr. Der Tinnitus schien ihren gesamten Alltag zu bestimmen. Sie quälte sich durch ihren Schichtdienst und drohte allabendlich schier verrückt zu werden, weil sie sich auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte als den durchdringenden unaufhörlichen Tinnitus. Selbst Fernsehsendungen und leise Lieblingsmusik – welche sie in der Vergangenheit immer gut vom Tinnitus ablenken konnten – ertrug sie zunehmend schlechter. Ihr vertrauter HNO-Arzt ging auf Ursachensuche, machte einige Tests und riet Annette schließlich zu autogenem Training, da er die einzige Möglichkeit in ihrem stressigen und körperlich anstrengenden Beruf in Verbindung der Ausläufer von Wechseljahren sah. Zudem die Mittfünfzigerin zum Tinnitus auch eine Depppression, verbunden mit Schlafstörungen zu entwickeln schien.

Warnendes Ohrgeräusch Tinnitus

Mit der Diagnose stressbedingter Tinnitus arrangierte sie sich zunächst und versuchte während einer längeren Krankschreibung zur Ruhe zu kommen. Während dieser Zeit bemerkte sie (zusätzlich zum Tinnitus) ein stetig wiederkehrendes Kältegefühl im rechten Vorderfuß mit zunehmendem Taubheitsgefühl des rechten Großzehs. Annette war seit ihrer Jugend starke Raucherin. Besorgt konsultierte sie ihren Hausarzt, welcher sie umgehend in den Fachbereich für Gefäßmedizin überwies. Bei Annette wurde ein fast kompletter arterieller Verschluss der rechten Unterschenkelarterie festgestellt. Im weiteren Untersuchungsprogramm zeigte sich ebenfalls Arterienverkalkung der Halsgefäße. Die Ursache des Tinnitus lautete nun: Durchblutungsstörungen der Halsgefäße.

Tinnitus als körpereigenes Alarmsignal

Annette hatte Glück. Ihre schwere Erkrankung wurde durch ihren Tinnitus rechtzeitig erkannt. Bestehende Verengungen konnten aufgedehnt und die Durchblutung wieder hergestellt werden. Der eindringliche Tinnitus verschwand zwar, sollte ihr aber für alle Zeit eine Lehre sein. Nämlich besser auf ihren Körper zu hören und zu achten. Ohne das störende Ohrgeräusch namens Tinnitus hätte sie das vielleicht nie gelernt. Ihren Humor hat sie dennoch nicht verloren. Zum Thema Tinnitus witzelt sie oft, er sei wie ein Rauchmelder im Kopf, der dazu auffordere, die Zigarette auszumachen.

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