Tinnitus-Piepsen: Eine Gefahr im Alltag

September 9, 2014

Es regnet und ich habe natürlich den Regenschirm im Büro liegen lassen. Vor mich hinbrütend laufe ich von der Arbeit heim. Heute ist das Tinnitus-Piepsen im Ohr besonders schlimm. Ich frage mich, ob es dafür eine Lösung gibt – mein Arzt sagt, ein Hörgerät mit Programmen könne helfen, aber tragen das nicht nur alte Leute? Mit Mitte 30 bin ich doch eindeutig zu jung dafür. Ein Regentropfen rinnt mir in den Nacken und ich ziehe die Schultern hoch. Ich freue mich auf die Wärme daheim und hoffe, dass das nervtötende Tinnitus-Piepsen dann endlich aufhört. Heute hat es angefangen, als mein Chef mir zusätzlich zu den bereits laufenden Aufträgen noch vier weitere auf den Tisch gelegt hat. Das bedeutet Stress. Und Stress bedeutet oft Tinnitus-Piepsen.

Gefährliche Ablenkung durch Piepsen

Weil ein Transporter den Fußgängerübergang blockiert, bleibe ich vor einem Schaufenster stehen und schaue mir die Kleidung an. Ein roter, flauschiger Wintermantel mit großer Kapuze fällt mir besonders auf. Der wäre jetzt genau richtig, denke ich und suche nach dem Preis. Ich versuche das nervtötende Tinnitus-Piepsen abzuschütteln, was natürlich nicht funktioniert, im Gegenteil, das Tinnitus-Piepsen wird lauter. Dieser Mantel ist eigentlich zu teuer, aber wenn ich dafür in den nächsten Wochen ein wenig kürzer trete…

In letzter Sekunde

Plötzlich werde ich zur Seite geschubst und beinahe zu Boden gerissen. Stolpernd fange ich mich und möchte den Rüpel zurechtweisen. Da fällt mir der besorgte Gesichtsausdruck des höchstens 20-jährigen Mannes auf. "Ist Ihnen etwas passiert?", fragt er, "Der Transporter hätte sie gerade beim Wenden fast erwischt! Haben Sie den Warnton denn nicht gehört?" "Nein, nein. Alles in Ordnung.", erwidere ich und bin immer noch verwirrt, "Vielen Dank. Ich…" Ich stocke. "Ich höre nicht so gut, wissen Sie. Ich muss das Geräusch verwechselt haben.", fahre ich fort und seufze.

Kein Platz für Eitelkeit

"Kein Problem" lächelt er, "meiner Freundin ist das früher auch öfter passiert, deshalb bin ich für solche Zwischenfälle sensibilisiert. Seitdem sie ein Hörgerät hat, ist es viel besser geworden." Vielleicht wäre das auch eine Lösung für mich. "Vielen Dank noch einmal." Auch ich muss lächeln und wir verabschieden uns. Während ich meinem Helden des Alltags hinterher schaue, fällt mir auf, dass das Tinnitus-Piepsen fast verschwunden ist. Aber eines scheint offensichtlich zu sein: Langsam, aber sicher geht mein Hörvermögen für höhere Frequenzen zurück und das kann gefährlich werden, wie ich gerade erfahren musste. Ich nicke mir selbst zu und beschließe, mich noch heute darüber schlau zu machen, was man gegen das Tinnitus-Piepsen tun kann. Mit einem Lächeln trete ich in den Laden und kaufe mir den Mantel. Den habe ich mir verdient.

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