Tinnitus durch Schwerhörigkeit ist Einstellungssache

Dezember 22, 2014

Hilde verstand nicht, warum ihr Hörgerät leise rauschte 
und was das mit ihrem Tinnitus zu tun haben sollte.

Bis sie merkte, dass sich dadurch der sie ständig begleitende Tinnitus besserte. Die mehrfache Uroma bemerkte bereits vor ein paar Jahren störende Ohrengeräusche, die nicht mehr verschwinden wollten. Sie registrierte bei Alltagsgesprächen, Telefonaten und dem allabendlichen Fernsehen zwar eine geringe Beeinträchtigung ihrer Hörleistung, führte diese aber auf den bestehenden Tinnitus zurück. Ihr Sohn ging darauf mit Hilde zur kostenlosen Hörgeräteberatung. Beide erfuhren, dass die eigentliche Ursache des Tinnitus Hildes Schwerhörigkeit war. Der Hörgeräteakustiker passte ihr ein Hörgerät mit integriertem "Rauschgerät" an. Das sogenannte "Tinnitus Control Instrument" sollte neben der Korrektur der Schwerhörigkeit dem Ohr das vordergründige Wahrnehmen des Tinnitus abtrainieren.

Durch Rauschen Lautstärke des Tinnitus reduzieren

Hilde war 83 Jahre alt, als ihr aufgrund des Tinnitus (bedingt durch eine aufgetretene Schwerhörigkeit) ein einfach zu bedienendes Hörgerät verschrieben wurde. Trotz ihrer beginnenden Demenz lernte sie, es selbst zu bedienen, beim Batteriewechsel halfen Familienmitglieder. Sie vergaß allerdings immer wieder, dass es auch den Tinnitus übertönen sollte, und beschwerte sich täglich über das störende Geräterauschen. Sie verlangte ein anderes Gerät und dachte an manchen Tage gar, es wäre kaputt. Liebevoll und geduldig bekam sie den Sinn des Gerätes von ihrem Sohn immer wieder erklärt, mit dem Drängen es zu tragen. Schon wegen des bestehenden Tinnitus.

Tinnitus – Leiden im Verborgenen

Offensichtlich einsichtig legte Hilde das Hörgerät an, wenn sie Besuch hatte, nahm es danach aber gleich wieder heraus. Doch der Tinnitus beeinträchtigte ihr Leben mehr als die Schwerhörigkeit. Sie zog sich weiter zurück, hatte kein Interesse mehr an sonst so geliebten Musiksendungen im Fernsehen und vermied es, zu telefonieren. Der Tinnitus bestimmte ihr Leben. Die Angehörigen schrieben den immer tiefer sinkenden Lebensmut ihrer offenbar fortschreitenden Demenz (nicht dem Tinnitus) zu und berieten im Familienrat, Hilde einen Platz im Altersheim zu suchen.

Hilfe erkannt und akzeptiert

Hildes Sohn bemerkte, dass sie Ihr Hörgerät immer seltener trug, und vereinbarte einen weiteren Termin beim Hörgeräteakustiker. Dieser stellte das Gerät feiner ein, so dass Hilde zwar ihren Tinnitus verdrängen konnte, aber auch das Überdeckungsgeräusch nicht so laut wahrnahm. Anstatt Tinnitus hörte sie nun (für sie) "Meeresrauschen" und empfand dies – verbunden mit den entsprechenden Bildern – als wesentlich angenehmer. Und damit sie nicht wieder vergaß, dass Dieses gegen den Tinnitus half, hängte Ihr Sohn alte Fotos von einem vergangenen Ostseeurlaub in der Wohnung auf. Der lag zwar schon lange zurück, doch Hilde konnte sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Hilde blühte zunehmend auf und hatte wieder Freude am Leben. Reif für das Altersheim war sie noch lange nicht. Daran konnte auch ein Tinnitus nichts ändern. Eines Tages lud ihre Familie Uroma Hilde zu einem gemeinsamen Wochenende an die Ostsee ein, damit sie wieder einmal "echtes Meeresrauschen" hören konnte.

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