Tag gegen Lärm: Warnung vor dem Ohrenpfeifen

Mai 8, 2014

Beim diesjährigen Tag gegen Lärm sprachen die Versicherungen eine
scharfe Warnung vor dem Ohrenpfeifen aus. Hoffentlich nicht vergeblich

Ohrenpfeifen ist sehr ernst zu nehmen. Schon in der Vergangenheit gab es solche Appelle, die allerdings ohne Wirkung verpufften. Das Pfeifen im Ohr werde nach wie vor nicht ernst genug genommen, ließ beispielsweise die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) am 30. April wissen, An diesem Tag wurde rund um den Globus auf die überaus schädlichen Folgen von Lärm hingewiesen. Dem Ohrpfeifen kam dabei eine besondere Bedeutung zu: Das Geräusch ist zwar ein Tinnitus, der sogar chronisch werden kann, aber es ist zugleich auch ein deutliches Signal, dass noch weit schlimmere gesundheitliche Probleme drohen können, wenn man nicht handelt. Das Ohrenpfeifen ist wie ein letztes Stoppschild, das man besser nicht überfahren sollte.

Ohrenpfeifen führt zu Lärmschwerhörigkeit

Das Pfeifen im Ohr ist die Vorstufe zur Lärmschwerhörigkeit, die in der medizinischen Fachsprache auch als "Hörermüdung" bezeichnet wird. Dies bedeutet: Wer das Ohrpfeifen zu lange ignoriert, entwickelt nicht nur einen chronischen Tinnitus, sondern kann möglicherweise auch keine anderen Geräusche mehr wahrnehmen. Die Grenze, wann man Gefahr läuft, Opfer dieser Probleme zu werden, liegt tief: Wenn man täglich mehrere Stunden eine Lärmbelastung von 85 Dezibel oder mehr aushalten muss, entwickeln sich das Ohrenpfeifen und anschließend die Lärmschwerhörigkeit. Als Richtwert: Eine Verkehrsstraße mit einem mittleren Verkehrsaufkommen erzeugt genau diese Lärmbelastung. Je höher die Lautstärke ist, desto schneller tritt das Ohrenpfeifen auf. Viele Jugendliche hören es beispielsweise schon nach einem Abend in der Disco.

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Lärmschutzmaßnahmen reichen nicht

Beim Tag gegen den Lärm wiesen die Versicherungen daraufhin, dass der berufliche Lärmschutz nicht ausreiche. In vielen Büros, die an Verkehrsstraßen liegen, wird beispielsweise aus verständlichen Gründen im Sommer mit offenem Fenster gearbeitet. Die Konsequenz: Das Pfeifen im Ohr entsteht. Viele der Arbeitnehmer haben dabei nicht einmal eine Ahnung, woher die Geräusche in ihrem Ohr kommen können: Der Straßenlärm erscheint als zu leise, um das Ohrpfeifen und die spätere Lärmschwerhörigkeit auslösen zu können. Die meisten Arbeitgeber ahnen nicht einmal, dass sie in einem solchen Fall bereits in der gesetzlichen Pflicht stehen, ihren Angestellten Hilfsmittel gegen die Lärmbelästigung zur Verfügung zu stellen.

Bereits ab 80 Dezibel müssen Arbeitgeber aktiv werden

Das Gesetz ist diesbezüglich eindeutig: Um Ohrenpfeifen und eine spätere Hörermüdung zu vermeiden, müssen Arbeitgeber schon einer Lärmbelastung von 80 Dezibel aktiv werden und ihren Mitarbeitern beispielsweise Ohrenstöpsel zur Verfügung stellen und für eine ausreichende Lärmdämmung in den Büroräumen sorgen. Auch hierfür sei ein Vergleich gegeben: Ein entsprechender Lärm ist schon in einem Großraumbüro mit Druckern gegeben. Experten haben hierfür einen sehr einfachen Merksatz entwickelt: Ist der Lärm am Arbeitsplatz zu hoch, um konzentriert arbeiten zu können, drohen Ohrenpfeifen und Lärmschwerhörigkeit. Der Arbeitgeber muss einschreiten. 

Ohrenpfeifen – und jetzt?

Die letzte Frage, die beim Ohrenpfeifen interessiert, dreht sich um die Heilungschancen: Was passiert, wenn man bereits ein Pfeifen im Ohr hat? Was kann man tun, wenn man nicht nur den Tinnitus hat, sondern bereits schwerhörig geworden ist? Hierfür gibt es eine gute Nachricht: Die Behandlungschancen sind ausgezeichnet: Das Ohrenpfeifen und die Hörermüdung werden von einer Schädigung bestimmter Zellen im sogenannten Cortischen Organ ausgelöst. Mit einem Hörgerät kann man Abhilfe schaffen: Dieses beseitigt zumeist nicht nur das Ohrenpfeifen, sondern bringt auch die Hörfähigkeit wieder zurück.

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