So hängen Ohrenrauschen und Schwerhörigkeit zusammen

Oktober 23, 2013


Ohrenrauschen tritt bei vielen Menschen gemeinsam mit
Schwerhörigkeit auf. Verantwortlich sind defekte Sinneszellen im Ohr

Das komplexe System Innenohr

Lange herrschte unter Medizinern Rätselraten darüber, weshalb einige Schwerhörige zusätzlich Ohrenrauschen oder ein anderes für einen Tinnitus typisches Geräusch hören, andere Betroffene jedoch nicht. Der Grund hierfür ist der komplexe Aufbau des Innenohrs. Der Hörnerv, der die akustischen Impulse an das Gehirn weiterleitet, schließt an die Cochlea (mit Flüssigkeit gefülltes Organ – oft auch Hörschnecke genannt) an, die ihrerseits am sogenannten Steigbügel anliegt. Bis die Impulse hier angelangt sind, haben sie jedoch bereits das Außen- sowie das Mittelohr durchlaufen. Defekte Sinneszellen, die nach allgemeiner Überzeugung für das Ohrenrauschen im Zusammenhang mit Schwerhörigkeit verantwortlich zeichnen, können prinzipiell überall sein – diese Tatsache erschwerte das Aufspüren der Ursache ungemein.

Ohrenrauschen bei Schwerhörigkeit nicht durch Blutdruck verursacht

Die Mediziner machten sich deshalb daran, erst mögliche Gründe für die Probleme auszuschließen. Zuerst ging es dabei um die gängige Ursache für Ohrenrauschen bei Betroffenen, die nicht schwerhörig sind: Zu hoher Blutdruck. Die Blutbahnen laufen direkt am Ohr entlang. Ist der Druck zu hoch, dehnen sie sich aus und drücken auf die Bogengänge sowie im schlimmsten Fall auf den Hörnerv selbst. Die Flussgeschwindigkeit des Blutes steigt zeitgleich an und es entsteht das typische Ohrenrauschen.

Tragen Sie sich in meinen Newsletter ein, um wichtige Informationen zum Tinnitus zu erhalten ==>

Lange waren Experten von dieser Ursache überzeugt, denn Schwerhörigkeit tritt häufig im Alter auf. Ein weiteres Symptom in fortgeschrittenen Lebensjahren ist ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck. Allerdings konnten verschiedene Studien, die sich dem Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Ohrenrauschen widmeten, die These nicht eindeutig beweisen.

Innere Haarzellen verantwortlich für das Ohrenrauschen: Cochlea bringt auf die Spur

Die Lösung fanden britische Forscher aus Essex. Diese konnten die inneren Haarzellen als Übeltäter ausmachen. Diese liegen zwischen dem Hörnerv und der Cochlea. Letztere brachte auch die Lösung. Der große Schwingkörper ist zuständig für das Hören der Frequenzen. Die sogenannten äußeren Haarzellen befinden sich noch in der Cochlea und sind deshalb ebenfalls dafür zuständig, Frequenzen hören zu können.

Die britischen Mediziner fanden heraus, dass die Patienten, bei denen Rauschen im Ohr und Schwerhörigkeit gemeinsam auftraten, keine Probleme hatten, unterschiedliche Frequenzen in dem für sie wahrnehmbaren Bereich zu hören. Die Schwerhörigen, die nicht unter Ohrenrauschen litten, hatten hierbei jedoch große Probleme. Da die Cochlea bei allen Patienten äußerlich intakt war und laut Untersuchungen auch über die nötige Membrane verfügte, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, blieben nur die Haarzellen übrig. Schwerhörige Patienten ohne Ohrenrauschen haben sehr oft defekte äußere Haarzellen, tritt die Schwerhörigkeit gemeinsam mit dem Ohrenrauschen auf, sind es die inneren Sinneszellen, welche die Probleme bereiten.

Positiv: Ohrenrauschen ist ein gutes Zeichen

Auch wenn es im ersten Moment widersinnig klingen mag: Begleitet das Ohrenrauschen die Schwerhörigkeit, so ist dies grundsätzlich ein positives Zeichen. Die inneren Haarzellen erfüllen nämlich längst nicht eine derart komplexe Aufgabe wie ihre Brüder und Schwestern in der Cochlea: Sie sind lediglich dafür zuständig, die akustischen Signale in der richtigen Lautstärke weiterzugeben.
 

Wenn dieser Prozess nicht mehr fehlerfrei gelingt, reicht es häufig, einen einfachen Verstärker einzusetzen. In diesem Fall überspielen die Geräusche, die man wieder wahrnehmen kann, auch das Ohrenrauschen. Der Verstärker muss lediglich die mechanischen Schwingungen, die von den inneren Haarzellen in Nervenimpulse umgewandelt werden, vervielfachen. Gelingt dies, können die letzten verbliebenen gesunden inneren Haarzellen die nun sehr viel stärkeren Schwingungen in eine normale Geräuschkulisse umwandeln, die sich über das Ohrenrauschen setzt.

Im besten Fall verschwinden Ohrenrauschen und Schwerhörigkeit

Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Hörhilfe – der Verstärker – individuell angepasst wird, denn für jede Person ist eine andere Einstellung vorzunehmen. Im besten Fall kann das Ohrenrauschen so ebenso wie die Schwerhörigkeit beseitigt werden. Selbst wenn dies nicht gelingt, tritt aber zumeist eine deutliche Verbesserung der Symptome auf. Man hört besser und das Ohrenrauschen wird deutlich leiser.

Falls Sie in meinen Newsletter noch nicht
angemeldet sind, Eintrag rechts oben! >>>

————————————————————————————————

Mehr zum Thema Tinnitus KLICK HIER >>>

Lesen Sie auch:

{ 0 Kommentare… jetzt einen hinzufügen }

Einen Kommentar hinterlassen