Schwerhörigkeit: schleichende Ausgrenzung aus dem Umfeld

September 19, 2014

Auftretende Schwerhörigkeit kann, wenn unbehandelt, ernste Folgen haben.

Nicht nur Kopfschmerzen, vor allem sozialer Rückzug ist für die oft älteren Betroffenen durch die Schwerhörigkeit ein Problem. Mitunter schämen sie sich für ihre "Gebrechlichkeit". Das passende Hörgerät könnte schnell helfen. Denn Erna, 82 Jahre alt und Uroma eines derzeit 3,5-jährigen aufgeweckten Jungen, der sehr gut und gerne spricht. Er liebt seine Uroma über alles und möchte am liebsten stundenlang mit ihr telefonieren. Doch das geht nicht, die Schwerhörigkeit ist wie ein Klotz am Bein.

Schwerhörigkeit ist wie "Stille Post"

Der Standardspruch von Oma Erna ist: "Ihr müsst wegen meiner Schwerhörigkeit lauter sprechen, ich verstehe euch nicht richtig", hilft bei einem 3-Jährigen wenig. Er plappert schnell und munter darauf los, seiner Uroma die wichtigsten Neuigkeiten am besten alle in 2-3 Sätzen zu erzählen. Sätze wie: "Wir sind mit dem Mama-Auto gefahren", werden schnell zu: "Die Mama haut mich an den Haaren". Das gleiche Phänomen wie beim beliebten Kinderspiel "Stille Post". Antworten auf: "Wann geht ihr "? – "Um fünf geh ich mit dem Hund", werden falsch verstanden und falsch beantwortet: "Was? Deine Uhr ist kaputt? Dann weißt du ja gar nicht, wie spät es ist". Für den Außenstehenden mag das lustig klingen. Intern kann Schwerhörigkeit zu sehr komplizierten Missverständnissen und Verwicklungen führen.

Seelische Folgen von Schwerhörigkeit

Die erste Folge von anhaltender Schwerhörigkeit und damit verbundener immer wiederkehrender Fehlinterpretationen sind Vermeidungsreaktionen. Uroma Erna fängt keine größeren Gespräche mehr an und erhält von ihrem Umfeld auch nur noch die nötigsten Informationen. Die Vermittlung zuverlässiger Informationen wurde nämlich zunehmend anstrengender für alle Beteiligten. Nur das Enkelkind spricht noch immer fröhlich drauf los, was die Uroma immer mehr verzweifeln lässt, weil sie mitbekommt, dass sie ihn wegen ihre Schwerhörigkeit nicht verstehen kann. Sie zieht sich sozial zurück und nimmt sich damit die größte Freude in ihrem Leben – geliebt und gebraucht zu werden.

Selbsthilfestrategien

Die "Erste-Hilfe-Strategie", das Gegenüber zu bitten, langsam und laut zu sprechen greift nicht mehr, das Vermeiden frustriert und kann wegen Ernas Schwerhörigkeit bis zur Einsamkeit und Depression führen, über welche auch der laut gestellte Fernseher nicht hinwegtrösten kann. "Ein Hörgerät?" Uroma Erna muss ihren ganzen Mut zusammennehmen und ihren Stolz überwinden. Sie muss das (nun ja) "Gebrechen" akzeptieren lernen, um wieder ganz dazuzugehören und sich wirkliche Hilfe holen zu können. Bei der Hörgeräteberatung.

Eine Hörgeräteberatung kann "Wunder" bewirken

Beim Hörgeräteakustiker erfährt Erna, dass das Problem Schwerhörigkeit viele Menschen betrifft. Sie bekommt Hörgeräte gezeigt und darf sie sogar ausprobieren. Kleine, unscheinbare und kaschierbare Geräte. Anders als sie es sich vorgestellt hatte. Schließlich bekommt sie Ihr eigenes Hörgerät angepasst und lernt schnell, es optimal zu bedienen. Selbst der Batteriewechsel fällt ihr nicht schwer. Mittlerweile telefoniert sie wieder gerne mit ihrem Enkelkind, singt und erzählt Geschichten. Das Hörgerät weiß sie aber auch für andere Gelegenheiten gut zu nutzen: Wenn es ihr zu laut wird, nimmt sie es einfach heraus.

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