Sausen im Ohr: Tinnitus-Konferenz macht Hoffnung

April 5, 2014

Auf der achten International Tinnitus Conference (TRI) machten die Mediziner Hoffnung.
Sausen im Ohr ist kein Schicksal mehr.
 Hilfe gegen das Sausen im Ohr naht

Aus Deutschland war Gabriele Lux-Wellenhof als Vertreterin der nach ihr benannten Stiftung auf die andere Seite der Erde gereist, um sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Das Event stand unter der Überschrift "Over the Horizon". Dieser Titel war doppeldeutig: Er sollte nicht nur darauf anspielen, dass die Teilnehmer von überall auf der Welt kamen, sondern spielte auch für die Behandlungsmöglichkeiten von z.B. Ohrensausen an. Um Tinnitus zu heilen, müsse man "neue Methoden aufgreifen, konventionelle Ansätze hinterfragen und den Blick über den Tellerrand riskieren", hieß es deshalb auch im Grußwort der TRI.

Zuerst die schlechte Nachricht: Ohrsausen und andere Geräusche werden immer häufiger

Auf der Tinnitus-Konferenz war man bemüht, nichts zu beschönigen. Man müsse leider zugestehen, dass das Sausen im Ohr genau wie anderen Geräusche, die ein Tinnitus verursachen kann, immer häufiger würden – und zwar rund um den Globus, gestanden die Teilnehmer ein. Insbesondere Personen, die in lauter Umgebung arbeiten, hätten häufig entsprechende Probleme. Im Plenum der TRI wurde am Beispiel von Lehrern und Erziehern nicht nur darüber diskutiert, wie man diese vom Sausen im Ohr wieder befreien könne. Man suchte gemeinsam nach Ideen, wie es möglich sei, wirksame Prävention zu betreiben, um zu verhindern, dass es überhaupt zum Ohrensausen kommt. Vorgestellt wurden hierfür unterschiedliche Ideen für den Gehörschutz.

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Rauschsimulation als Hoffnungsschimmer gegen das Ohrsausen und den Tinnitus insgesamt

Der Großteil der Konferenz widmete sich allerdings der Frage, wie man helfen könne, wenn das Sausen im Ohr bzw. der Tinnitus insgesamt schon eingetreten sind und sich die Geräusche chronisch ausgeprägt haben – also auf Dauer bleiben und nicht mehr von allein verschwinden. Wirksam sei hier die Rauschsimulation, schildert Gabriele Lux-Wellenhof, die sich vorgenommen hat, viele der Ideen aus Neuseeland mit nach Deutschland zu nehmen, um sie hier umzusetzen. Bei der Rauschsimulation wird ein dämpfendes Rauschen über z.B. das Ohrsausen gelegt. Die Betroffenen empfinden dies als angenehm und hören das Rauschen im Ohr irgendwann nicht mehr. Das Ohrensausen ist auf diese Weise komplett kuriert. Dies funktioniert aber nicht nur bei einem Sausen im Ohr, sondern auch bei einem Klingeln, Pfeifen oder einem ungleichmäßigen Rauschen.

Neue Test- und Diagnosemethoden haben Durchbruch gegen Sausen im Ohr gebracht

Die Rauschsimulation hat inzwischen eine beeindruckende Erfolgsquote: Diese liegt mittlerweile bei 82 Prozent. Wer unter einem Sausen im Ohr oder einem anderen Tinnitus-Geräusch leidet, hat also beste Aussichten, sich davon befreien zu können. Verantwortlich für diesen Erfolg sind neue Test- und Diagnoseverfahren. Diese erlauben es, das dämpfende Rauschen noch sehr viel individueller als früher einzustellen. Das Ersatzgeräusch kann auf diese Weise z.B. das Sausen im Ohr tatsächlich komplett übertönen, wird aber nicht viel zu stark. Man tauscht nicht länger Not – in Gestalt vom Sausen im Ohr – gegen Elend – ein viel zu starkes oder zu schwaches Rauschen.

Nicht nur Sausen im Ohr ist ein Problem: Die Herausforderungen der Zukunft

Die TRI nahm neben der Behandlung von beispielsweise einem Sausen im Ohr auch die Herausforderungen der Zukunft in den Blick. Immer mehr Betroffene von einem Tinnitus leiden demnach auch unter Hyperakusis und Misophonie. Diese beiden Krankheiten bewirken, dass man Schall verzerrt wahrnimmt. Es ist wird ausgesprochen schwierig, Gesprächen zu folgen. Die Betroffenen ziehen sich deshalb oft zurück oder sind sehr schnell erschöpft. Hier fehlt es bislang noch an guten Antworten, um diesen negativen Effekten Herr zu werden. Wer zusätzlich noch unter einem störenden Sausen im Ohr oder einem anderen Geräusch leidet, ist doppelt gestraft. Als Fazit bleibt deshalb: Die Tinnitus-Forschung hat zwar einiges erreicht, aber es bleibt noch viel zu tun.

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