Sand und Dreck: Über das geheimnisvolle Knirschen im Ohr

Februar 5, 2015

Ein Knirschen im Ohr ist kein gewöhnlicher Tinnitus. Fast immer gibt
es objektive Gründe für das Geräusch – diese können jedoch eklig sein

Zu Beginn aber eine kurze Erläuterung, was ein objektiver Tinnitus ist: Es handelt sich um Geräusche im Ohr, die von Dritten nachvollziehbar sind. Dies bedeutet, sie können die Klänge entweder ebenfalls hören oder sehr einfach den Grund für den Tinnitus finden.
Bei einem Knirschen im Ohr ist es die zweite Variante. Zumeist handelt es sich hierbei um subjektive Geräusche, die nur der Betroffene selbst hört und die keinen offensichtlichen Grund haben. Dies macht die Tinnitusbehandlung so schwer für die Ärzte. Eines hat das Knirschen im Ohr jedoch mit den anderen Geräuschen gemein: Wartet man zu lange und sorgt so dafür, dass sich ein chronischer, also dauerhafter Tinnitus (Geräusche bestehen mindestens drei Monate) entwickelt, hat dies ernste Konsequenzen.

Knirschen im Ohr: Ist der Gehörgang verdreckt?

Der häufigste Grund für ein Knirschen im Ohr ist vollkommen harmlos: Das Ohr ist verdreckt. Es hat sich zu viel Ohrenschmalz gebildet, der sich über das Trommelfell bewegt. Das Ganze hört sich dann wie ein Knirschen im Ohr an. Das Geräusch verschwindet, sobald der Dreck entfernt wurde. Dies sollte man von einem HNO-Arzt durchführen lassen, da dieser sichergehen kann, dass das Trommelfell nicht verletzt wird. Wer es selbst macht, riskiert, diesen so sensiblen Teil seines Gehörs zu beschädigen. Es drohen eine Hörverschlechterung und eine Entzündung.

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"Sandiges Gefühl" und ein Knirschen im Ohr

Variante Nummer zwei der Gründe für das Knirschen im Ohr ist weniger erfreulich: Man hört ein Knirschen im Ohr und hat das Gefühl, man würde auf Sand beißen. Verantwortlich für den Tinnitus ist in diesem Fall der Kiefer. Es kann beispielsweise eine Kieferfehlstellung vorliegen. Lässt sich das Problem einfach finden, so kann man zumeist auch das Knirschen im Ohr leicht beseitigen. In Einzelfällen wird die Suche nach der Ursache allerdings kompliziert, gleiches gilt für die Behandlung. So gibt es Patienten, die Zahnspangen über Monate tragen mussten, um das Knirschen im Ohr loszuwerden. Teilweise musste auch der Kiefer operiert werden. Aber auch hier gilt: Das Knirschen im Ohr sollte verschwinden, sobald das Ausgangsproblem gelöst ist.

Knirschen im Ohr und ein Juckreiz im Gehörgang

Dies ist die am wenigsten erfreuliche Variante, weshalb ein Knirschen im Ohr auftreten kann. Wenn es von einem Juckreiz im Gehörgang begleitet wird, bedeutet dies, dass sich ein Ekzem (Bezeichnung für den Bereich der Körperoberfläche, die juckt) auf dem Trommelfell gebildet hat. Zum einen ist dies mehr als unangenehm, weil man sich auf dem Trommelfell nicht kratzen kann. Zum anderen versuchen es die Menschen eben doch und beschädigen dieses dabei regelmäßig. Sie verursachen so einen anderen Tinnitus. Das Knirschen im Ohr verschwindet, sobald das Ekzem abgeklungen ist, dafür hat man dann aber z.B. ein Pfeifen im Ohr. 

Wenn das Knirschen im Ohr in Kombination mit einem Juckreiz auftritt und nicht behandelt wird, kann es auch passieren, dass sich die Stelle entzündet und es hier zur Ausschüttung von Eiter kommt. In der Folge wird sich der ganze Gehörgang entzünden. Dies ist zum einen sehr schmerzhaft und zum anderen möglicherweise folgenreich: Im Extremfall droht ein Hörsturz. Mit einem solchen Knirschen im Ohr sollte man deshalb auf jeden Fall zum HNO-Arzt, um es dort behandeln zu lassen. Der Mediziner wird dabei zumeist auch in der Lage sein, den Juckreiz zu beruhigen.

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