Rascheln im Ohr: Britische Forscher testen neuen Ansatz

Februar 15, 2015

Britische Forscher wollen mit einem neuen Ansatz das
Rascheln im Ohr und jedes andere Tinnitus-Geräusch bekämpfen
.

Die Mediziner, die an der Universität von Newcastle tätig sind, haben dafür 300.000 Pfund (ca. 400.000 Euro) Fördergelder für ein dreijähriges Projekt von der "UK Charity Action on Hearing Loss" (Englische Wohltätigkeitsorganisation für Gehörgeschädigte) erhalten. Studienleiter Dr. Mark Cunningham stellt klar, dass es nicht darum geht, ein Mittel zu finden, mit dem man den Tinnitus "vollständig heilen" könne. Stattdessen wolle man das Rascheln im Ohr oder die sonstigen Geräusche geschickt therapieren, um sie so erträglich zu gestalten. Sollte sich der Ansatz jedoch bewähren, so könnte er mittel- und langfristig dazu führen, dass auch ein chronischer Tinnitus vollständig beseitigt werden kann.

Gehirnwellen gegen das Rascheln im Ohr

Die Forscher an der Universität von Newcastle kooperieren bereits mit einem Pharma-Unternehmen, das ein Medikament gegen den Tinnitus entwickelt. Die Mediziner haben ihre Förderung dafür erhalten, dieses weiterzuentwickeln, um so Menschen, die unter einem Rascheln im Ohr leiden, wirklich helfen zu können. Der Schlüssel dabei sollen die Gehirnwellen der Betroffenen sein. Diese übertragen den Tinnitus-Ton, also beispielsweise das Rascheln im Ohr. Die Idee der Mediziner lautet: Wenn es möglich ist, die Wellen zu messen und vielleicht sogar zu ändern, kann man auf diese Weise nicht nur z.B. das Rascheln im Ohr oder ein sonstiges Tinnitus-Geräusch finden, sondern die Übertragung stören und das Rascheln im Ohr so zumindest abschwächen.

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Elektrische Wellen simulieren Gehirnwellen

An dieser Stelle setzt die Forschung in Newcastle gegen das Rascheln im Ohr an: Wie kann man Gehirnwellen messen und manipulieren, um so das Rascheln im Ohr zu vertreiben? Die Antwort sollen elektrische Wellen sein, die künstlich erzeugt werden, und die Gehirnwellen simulieren. Im Idealfall, von dem die Forscher allerdings nicht ausgehen, kann man mit den elektrischen Wellen die Gehirnwellen transformieren und das Rascheln im Ohr, das Klicken, das Pfeifen oder das Geräusch, mit dem sich der Tinnitus sonst äußert, verdrängen.

Medikamente gegen das Rascheln im Ohr können getestet werden

Der Ansatz der britischen Forscher hat allerdings noch einen anderen Charme, denn er erlaubt es, sollte er funktionieren, Medikamente gegen den Tinnitus sehr viel besser als bislang auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen. Sobald es den Forschern möglich ist, die Gehirnwellen zu finden und zu beobachten, welche z.B. das Rascheln im Ohr übertragen, können sie auch Veränderungen messen. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Pharma-Unternehmen A entwickelt ein Medikament gegen den Tinnitus, ist sich aber nicht sicher, ob dieses möglicherweise erst mittel- und langfristig gegen das Rascheln im Ohr wirkt. Früher bestand die Gefahr, dass die Studie, wenn sich kurzfristig keine Erfolge einstellen, abgebrochen wird. Mit der neuen Methode aus Newcastle kann man hingegen jetzt die Gehirnwellen im Auge behalten und so feststellen, ob und wann das Mittel eine Wirkung zeigt.

Maßgeschneiderte Therapien gegen das Rascheln im Ohr?

Der Ansatz weckt Fantasie: Ein Tinnitus, wie beispielsweise ein Rascheln im Ohr, hat eine Vielzahl von Gründen. Deshalb wirken manche Tinnitus-Therapien bei einigen Patienten, bei anderen aber nicht. Kann man nun allerdings lernen und messen, wann und wie das Rascheln im Ohr übertragen wird, ist es möglich, Erfahrungswerte zu sammeln, welches Medikament die bestmögliche Hilfe verspricht. Jeder Patient könnte nach einer eingehenden Untersuchung der Gehirnwellen eine maßgeschneiderte Tinnitus-Behandlung gegen das Rascheln im Ohr erhalten. Ob es so kommt, bleibt wohl noch mindestens drei Jahre abzuwarten.

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