Pochen im Ohr: Über einen geheimnisvollen Tinnitus

Mai 5, 2015

Pochen im Ohr ist ein typischer Tinnitus bei Blutdruck-Problemen. Nicht jedoch, wenn es pulssynchron verläuft. Dann wird es geheimnisvoll.
An eben einem solchen Pochen im Ohr litt vor einigen Jahren eine 72-jährige Frau. Der "Spiegel" hat ihren bemerkenswerten Behandlungsweg nachgezeichnet und dabei erschreckend offenbart, wie wenig Mediziner sich wirklich einen Reim auf ein pulssynchrones Pochen im Ohr machen können. Dieser Text soll deshalb auch eine Hilfestellung an alle Personen sein, die unter einem solchen Pochen im Ohr leiden – manchmal muss der Patient seinen Arzt auf die richtige Spur führen.

Pulssynchrones Pochen im Ohr: Diese Ärzte versagten

Aber zurück zur Hamburgerin und ihrem pulssynchronen Pochen im Ohr. Sie begann ihre vergebliche Ärztereise wie so viele Tinnitus-Patienten bei ihrem Hausarzt und dann beim Hals-Nasen-Ohren-Mediziner. Beide wussten keinen Rat, dafür weitere Adressen, wo das Pochen im Ohr untersucht werden sollte. Internist und Kardiologe fanden ebenso wenig eine Erklärung wie der Neurologe. Inzwischen hatte die 72-Jährige eine Computertomografie und eine Kernspintomographie hinter sich. Lange galt eine nur schwach ausgeprägte Labyrinthitis als beste Erklärung für das Pochen im Ohr der Frau. Darunter versteht man eine Entzündung des Innenohrs. Das Pochen im Ohr hätte in einem solchen Fall allerdings nicht pulssynchron verlaufen dürfen – die Diagnose war also falsch.

Neurologe findet die richtige Spur für das Pochen im Ohr

Ein weiterer Neurologe fand schließlich die richtige Spur für das pulssynchrone Pochen im Ohr. Er verwarf alle Diagnosen seiner Kollegen und vermutete stattdessen, dass es sich um eine sogenannte "Durafistel" handeln musste, die nicht besonders häufig auftritt, allerdings auch nicht so selten ist, wie man denken mag.

Über die Durafistel

Eine Durafistel löst aufgrund ihrer besonderen Beschaffenheit das pulssynchrone Pochen im Ohr aus: Es handelt sich um eine Verbindung zwischen den Arterien im Kopf, die das Gehirn mit Blut versorgen, das mit Sauerstoff angereichert ist, und den venösen Abflüssen. Das Pochen im Ohr verläuft pulssychron, weil die Arterien beteiligt sind. Die Verbindungsstelle zwischen Zu- und Abfluss löst das Tinnitus-Geräusch aus. Um es bildlich darzustellen: Eine Waschmaschine würde auch Geräusche machen, wenn Zu- und Abfluss eine Verbindungsstelle hätten – und schmutziges Wasser zurück in den sauberen Schlauch schießen würde. Im Kopf hört es sich allerdings schlimmer an als es ist: Außer dem Pochen im Ohr kam es zu keinen gesundheitlichen Einschränkungen der Hamburgerin. Sie konnte problemlos schmecken, sehen und hören. Sie hatte zudem keine Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen. Wird eine Durafistel allerdings langfristig nicht behandelt, kann es (muss jedoch nicht) zu einem chronischen Tinnitus kommen.

Die Behandlung der Durafistel

Die Mediziner konnten die Diagnose Durafistel schließlich mit einem Ultraschall bestätigen. Da eine solche Verbindung zwischen Zu- und Abfluss normalerweise nicht vorkommen kann, wurde die Dame zudem zu ihrer Vorgeschichte ausführlich befragt. Dies brachte eine bekannte Erkenntnis: Unfälle sind einer der häufigsten Gründe, die ein solches Problem auslösen. Das Pochen im Ohr konnte anschließend verhältnismäßig einfach beseitigt werden. Die Ärzte verklebten die Verbindungsstelle und das Geräusch verschwand. Allerdings kehrte das pulssychrone Pochen im Ohr ein Jahr später wieder zurück: Die Verklebung hatte nicht gehalten. Die Ärzte besserten in der Folge nach – seitdem herrscht für die Hamburgerin endlich Ruhe vor dem geheimnisvollen Pochen im Ohr!

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