Urteil: Hausgebärdensprachkurs für Kind mit CI-Implantat – News 022

Februar 8, 2016

Viele Eltern kämpfen damit, dass ihre gehörlosen oder schwerhörigen Kinder
mit einem CI-Implantant eigentlich einen Gebärdensprachkurs benötigen würden,

scheitern aber an den finanziellen Anforderungen. Anders als beispielsweise in Skandinavien werden die Kosten hierzulande bislang nicht pauschal von der Kasse übernommen. Dies könnte sich aber künftig ändern, sollte sich die künftige Rechtsprechung bestätigen. Ein Dresdner Urteil hat den Anfang gemacht: Die Richter gewährten den Eltern eine derartige Hilfe – und beriefen sich hierfür auf eine bemerkenswerte Argumentation. 

Bei CI-Implantant: Erziehung ohne Gebärdensprachkurs nicht möglich

Habe ein Kind ein CI-Implantant, so die Juristen, sei eine Erziehung ohne einen Hausgebärdensprachkurs nicht möglich, befanden die Dresdner Richter. Eltern hätten allerdings nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht zur ordnungsgemäßen Erziehung des Kindes. Finanzielle Gründe dürften diesem Auftrag nicht entgegenstehen. Erwähnt werden muss dabei allerdings auch, dass die Dresdner Richter kein älteres Urteil aus Baden-Württemberg kippten, das bestätigte, dass es keinen generellen Anspruch aus dem Gesetz für einen solchen Kurs gibt (L7 SO 46 42 / 12). Das ostdeutsche Gericht sah allerdings Möglichkeiten, diesen Richterspruch vor einer höheren Instanz zu Fall zu bringen. Die Politik hat bisher nicht verlauten lassen, ob sie einen solchen Anspruch von sich aus etablieren möchte.

Zum verwandten Thema geht's HIER >>
Lärm in Beruf und Freizeit: Die größten Gefahren

Zu einem anderen verwandten Thema geht's HIER >>
Hörsturz: Hoffnung für Taube

Falls Sie in meinen Newsletter noch nicht
angemeldet sind, Eintrag rechts oben! >>>

————————————————————————————————

Mehr zum Thema Tinnitus KLICK HIER >>>

Kommentare zu diesem Beitrag sind geschlossen.