Tinnitus-Patienten verarbeiten Emotionen anders laut Studie – News 110

Juni 12, 2017

Laut einer im US-Bundesstaat Illinois durchgeführten Studie verarbeiten Patienten mit Tinnitus ihre Emotionen anders als gesunde Menschen

Je stärker die Geräusche im Ohr sind, desto unterschiedlicher verläuft laut der Untersuchung der Umgang mit den Gefühl im Gehirn. Den Probanden wurden hierfür angenehme, neutrale und unangenehme Geräusche vorgespielt. Dabei wurde beobachtet, welchen Weg die so ausgelösten Emotionen im Gehirn nahmen. Das eindrucksvolle Ergebnis: Emotionen werden von Menschen ohne Geräusche im Ohr auf einem vollständig anderen Weg verarbeitet als von Personen mit einem chronischen Tinnitus. 

Gehirnumbau wohl sinnvoll

Die Studie zeigt: Das Gehirn baut im Fall vom Tinnitus die Emotionsverarbeitung komplett um. Dies ist offenbar sinnvoll, glauben die Wissenschaftler: Der Umgang mit Gefühlen findet bei Tinnitus-Patienten in der Gehirnregion statt, die für die Impulskontrolle, die Aufmerksamkeit und das planvolle Vorgehen zuständig ist. Das Hirn verlagert die Gefühle folglich in den Bereich, der sie am besten kontrollieren kann. Die Wissenschaftler glauben, dass es sich um ein Sicherheitssystem handelt, um möglichst gut mit dem Stress, der durch den Tinnitus ausgelöst wird, umgehen zu können. 

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