Schwerhörigkeit durch Büro-Lärm ist keine Berufskrankheit – News 121

August 21, 2017

Wer durch Büro-Lärm unter Schwerhörigkeit leidet, hat keine Berufskrankheit

Dies hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg (Aktenzeichen: L 6 U 4089/1) entschieden. Auch die Lärmbelastung in Großraumbüros ist demnach nicht hoch genug, um eine entsprechende Kennzeichnung zu rechtfertigen. Vielmehr sei die Geräuschkulisse "gewöhnlich" und damit zumutbar. Hätte das Gericht anders entschieden, hätten Personen, die aufgrund ihrer Tätigkeit in Büros an Schwerhörigkeit leiden, auf Entschädigung klagen können. 

Klage von Ingenieur abgeschmettert 

Eben diesen Versuch hatte ein 48-jähriger Ingenieur aus Stuttgart unternommen. Er klagte, dass er durch seine 15-jährige Tätigkeit in einem Großraumbüro sowohl einen Tinnitus in beiden Ohren wie auch eine Hörminderung erlitten habe. Schon in erster Instanz vor dem Sozialgericht Stuttgart war er allerdings mit dieser Sichtweise gescheitert. Dort erklärten die Richter, dass entsprechende Hörleistungsverschlechterungen für einen Mann in seinem Alter durchaus typisch seien. 

Dieser Argumentation schloss sich das Landessozialgericht vorbehaltlos an. Es präzisierte zudem, dass die Lärmbelastung dauerhaft mehr als 85 dB während eines Achtstundentages betragen müsse, um eine Einstufung als Berufskrankheit zu rechtfertigen. Und selbst dann müsse die Person der Belastung über Jahre ausgesetzt sein. Die Lärmbelastung von 50 bis zu 65 dB sei als Ursache für die Erkrankung "viel zu gering" gewesen. Dem Ingenieur steht es frei, auch noch vor das Bundessozialgericht zu ziehen.

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