Meine Oma: Kampf gegen Schwerhörigkeit auch im hohen Alter

Oktober 29, 2014

Ich erinnere mich noch gut an meine Oma und ihren Kampf gegen die Schwerhörigkeit.
Ich musste früher immer laut lachen, wenn Sie wieder einmal alles falsch verstanden hat, als Kind ist man eben nicht sehr sensibel. Denn meine Oma war schwerhörig und viel zu eitel, um sich ein Hörgerät zu kaufen. Also musste man immer ganz besonders laut schreien, wenn man mit Ihr reden wollte. Als Kind war das noch lustig, aber je älter ich wurde und je schlimmer die Schwerhörigkeit meiner Großmutter fortschritt, umso peinlicher war es auch für mich. Ich wollte mit meiner Oma nicht mehr unterwegs sein, wollte nicht, dass ich Sie beim Einkaufen oder bei Spaziergängen auf den Friedhof andauernd anschreien musste, nur weil Sie schwerhörig war.

Oma's Einsamkeit durch ihre Schwerhörigkeit

Als meiner Oma auffiel, dass ich weniger und seltener zu Besuch kam, beschwerte sie sich natürlich bei meinen Eltern. Die versuchten ihr so schonend wie möglich – und natürlich unheimlich laut – zu erklären, dass ich aufgrund ihrer Schwerhörigkeit weniger mit ihr unterwegs war. Das hat meine Oma wohl schwer getroffen. Sie schloss sich fast nur noch Zuhause ein, ließ meine Eltern die Einkäufe erledigen und ging praktisch nicht mehr vor die Tür. Für sie war die Schwerhörigkeit zu einer Qual geworden. Selbst wenn ich vorbei kam – früher einmal ihr Lieblingsenkel – war sie kühl und abweisend. Irgendwann konnte ich das Ganze auch nicht mehr ertragen. Ich ging zu anerkannten Hörgeräteakkustikern der Stadt und ließ mir soviel Informationsmaterial über Schwerhörigkeit wie nur möglich mitgeben. Bei meinem nächsten Besuch ließ ich diese Seiten vor dem Gehen einfach auf Oma's Tisch liegen.

Das Leben wieder genießen – die Schwerhörigkeit bekämpfen

Man glaubt gar nicht, wie überrascht ich war, als meine Großmutter mich knapp 4 Wochen darauf Zuhause besuchte. Es dauerte eine Zeitlang, bis ich überhaupt bemerkte, dass ich nicht mehr so laut sprechen brauchte und sie jedes Wort von mir verstand. Erst dann suchte ich mit meinem Blick ihre Ohren und fand tatsächlich klein und unauffällig ein Hörgerät in ihren Ohren. Sie hatte den Kampf gegen die Schwerhörigkeit aufgenommen. Ich habe meine Oma nie darauf angesprochen oder mich getraut danach zu fragen, aber die nächsten Lebensjahre waren wohl die schönsten in ihrem späteren Leben. Selten habe ich einen Menschen so aufblühen sehen. Zuhause war Oma kaum noch. Denn nur schwerhörige Menschen verschließen sich vor der Gesellschaft.

Nun ist das alles eine ganze Zeit her, meine Oma ist längst gestorben und ich stelle fest, dass jetzt mein Hörvermögen nachlässt und ich schwerhörig werde. Zum Glück habe ich das warnende Beispiel meiner Großmutter immer vor Augen, so dass ich mich für meine Schwerhörigkeit nicht schäme, sondern bereits einen Termin für eine kostenlose Hörgeräteberatung ausgemacht habe. Melden Sie sich auch zur Beratung an, rechte Seite >>>

Falls Sie in meinen Newsletter noch nicht
angemeldet sind, Eintrag rechts oben! >>>

————————————————————————————————

Mehr zum Thema Tinnitus KLICK HIER >>>

{ 0 Kommentare… jetzt einen hinzufügen }

Einen Kommentar hinterlassen