Lärmtrauma: Richtig vorbeugen

September 15, 2014

Ein Lärmtrauma ist fast immer der Auslöser eines Tinnitus'.
Wer richtig vorbeugt, kann die schlimmsten Folgen vermeiden.

Doch bevor detailliert auf die Prävention Trauma durch Lärm eingegangen werden kann, muss erst einmal mit einem Missverständnis aufgeräumt werden. Lärmtrauma ist nicht gleich Knalltrauma oder Hörsturztrauma – auch wenn man eben diese Sätze vielerorts immer wieder lesen kann. Tatsächlich handelt es sich bei einem Trauma um Lärm um ein Krankheitsbild, dass durch eine langanhaltende Überlastung des Gehörgangs entstehen kann.

Das Krankheitsbild Trauma durch Lärm im Detail

Auf den ersten Blick ähnelt das Lärmtrauma dem Knalltrauma. Eine plötzliche Überlastung sorgt für einen Tinnitus, der unbehandelt chronisch werden kann. Bei einem Knalltrauma ist das plötzliche Geräusch sehr laut, verschwindet aber noch wenigen Sekunden wieder: Anders bei einem Trauma durch Lärm: Das Gehör ist in diesem Fall ständig mindestens 100 Dezibel und dies über Stunden ausgesetzt. Manche Experten unterscheiden auch zwischen einem akuten und einem normalen Lärmtrauma. Bei einem akuten Trauma durch Lärm liegt die Belastung jenseits von 120 Dezibel. Bei einem "normalen" Lärmtrauma können die Belastungen bereits bei 90 Dezibel beginnen. In diesem Fall ist allerdings zusätzlich noch eine Minderdurchblutung des Ohres eine zwingende Voraussetzung. Offiziell sind in Deutschland etwa 40.000 Menschen von einem Trauma durch Lärm betroffen, die Dunkelziffer ist allerdings wesentlich höher, weil viele Menschen in dem (häufig falschen) Glauben, dass sich die Probleme schon von alleine wieder lösen werden, gar nicht erst zum Arzt gehen.

So entsteht ein Lärmtrauma

Der Lärm schädigt das Mittel- sowie das Innenohr. Sinneszellen werden in der "Schnecke" im Innenohr gestört, wodurch ihre Funktion beeinträchtigt wird. Je länger, lauter und regelmäßiger der Lärm ist, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass die Funktionsstörung für immer bleibt. Teil dieser Störung ist, dass die Zellen die Töne, die sie verarbeiten und ans Gehirn weiterleiten, als Tinnitus wahrnehmen. Vereinfacht gesagt: Wird das Lärmtrauma chronisch, so bleiben auch die störenden Geräusche im Ohr fast für immer. Dass man sich der immensen Gefahr aussetzt, ein dauerhaftes Lärmtrauma zu erleiden, erkennt man daran, dass man ein "Wattegefühl" im Ohr hat. Spätestens jetzt benötigt das Gehör dringend Schonung. Man sollte sich darüber hinaus dringend auf den Weg zu einem Arzt machen.

Einem Lärmtrauma richtig vorbeugen

Der einfachste Weg, einem Lärmtrauma vorzubeugen, ist es, starken Geräuschbelastungen aus dem Weg zu gehen. Dies ist allerdings häufig nicht möglich, weil man beispielsweise ein Konzert besuchen möchte. Hierfür ein Hinweis: Die Sinneszellen brauchen schon nach einer einmaligen dauerhaften Überlastung Wochen, um sich zu regenerieren. Man sollte deshalb den Besuch solcher Ereignisse mit genügendem Abstand planen. Jugendliche und Erwachsene, die gerne in einen Club feiern gehen, sollten alle zwei Stunden ihrem Gehör wenigstens 15 Minuten Pause gönnen und versuchen, nur einen Abend pro Woche feiern zu gehen. Als Alternative kann auch ein Gehörschutz dienen. Spürt man eine Beeinträchtigung seines Gehörs oder sogar einen Tinnitus, darf man sich erst wieder einer starken Lärmbelastung aussetzen, wenn die Probleme vollständig abgeklungen sind. Bei ständiger Weiterbelastung des Gehörs kann es ansonsten durch das Lärmtrauma zu starken Schmerzen kommen. Ratsam ist es darüber hinaus, Stress so gut wie möglich zu vermeiden, denn dieser ist ein "Brandbeschleuniger" im Gehör. Ein Trauma durch Lärm ist ein Trauma wie jedes andere auch – und sollte entsprechend ernst genommen werden.

Erklärung Trauma nach Wikipedia, Zitat Anfang: "Als Trauma (altgr. "Wunde") bezeichnet man in der Medizin oder Biologie eine Schädigung, Verletzung oder Wunde, die durch Gewalteinwirkung von außen entsteht." Zitat Ende.

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