Hörsturz: Hoffnung für Taube

November 25, 2013

Es ist für viele Menschen ein Teufelskreis aus Hörsturz, Tinnitus und
wachsenden Beschwerden, der schließlich zur dauerhaften Taubheit führt

Inzwischen gibt es jedoch Hoffnung für all die Betroffenen, bei denen nach dem Hörsturz der schlimmste Fall eingetreten ist. Die dauerhafte Taubheit kann durch Cochlea-Implantat (CI) beseitigt werden. Die elektronische Prothese hat dort große Erfolge gezeigt, wo Hörgeräte bei Menschen nach einem Hörsturz versagt haben. Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Diese seien es aber wert, versichern die Personen, die bereits ein solches Implantat tragen.

Eine Operation nach dem Hörsturz ist notwendig

Eine der Unannehmlichkeiten, die Patienten, die durch einen Hörsturz ihr Gehör verloren haben, auf sich nehmen müssen, ist eine Operation. Bei dieser wird ein Elektrodenträger in das Innenohr gelegt. An dessen äußerem Ende befindet sich ein Mikrofon, über welches Laute und Töne zum Hörnerv weitergeleitet werden. Dieser erfährt so eine elektrische Stimulierung und nimmt durch diese seine Arbeit wieder auf. Positive Konsequenz: Das Gehirn kann dadurch Schall wieder wahrnehmen. Die Taubheit ist besiegt.

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Der Hörnerv muss nach dem Hörsturz noch intakt sein

Der Elektrodenträger ist der Schlüssel dazu, weshalb das CI bei vielen Menschen nach einem Hörsturz die Taubheit besiegen kann. Es umgeht die Bereiche des Ohres, die durch den Hörsturz derart in Mitleidenschaft gezogen worden sind, dass der Hörverlust erfolgte. Bedingung dafür, dass das Implantat auch tatsächlich Erfolg hat, ist es allerdings, dass der Hörnerv selbst nicht durch den Hörsturz abgestorben sein darf. Dies ist aber, wie Experten versichern, bei 98 Prozent der Patienten nicht der Fall. Fast immer kann das CI also dabei helfen, die Taubheit zu überwinden.

Lebenslange Nachsorge ist notwendig

Wer durch einen Hörsturz sein Gehör verloren hat und dieses durch ein CI zurückgewinnen will, muss allerdings wissen, dass es mit der Operation alleine nicht getan ist. Ihr folgt eine lebenslange Nachsorge. Regelmäßige Besuche beim Arzt oder sogar in der Klinik gehören anschließend zum Alltag der Menschen. Deutschlandweit bieten inzwischen mehr als 70 Kliniken eine solche Versorgung an. Mehr als 33.000 Menschen tragen inzwischen in der Bundesrepublik ein CI. Jährlich werden 3500 Menschen operiert und dadurch mit einem Implantat versorgt – Tendenz steigend. Die Technik werde zudem immer ausgereifter, versichern die Ärzte an den einzelnen Kliniken. Dauerhafte Taubheit nach einem Hörsturz sei deshalb kein erzwungenes Schicksal mehr. 

Hören nach einem Hörsturz will gelernt sein

Allerdings schildern viele Patienten, sie hätten nach der OP Anpassungsprobleme gehabt. Sie hätten das Hören erst einmal wieder lernen müssen. Dies gilt insbesondere für die Personen, bei denen der Hörsturz bereits einige Zeit zurücklag und die in der Folge lange Zeit taub waren. Das Erinnern, wie es überhaupt funktioniert, Töne wahrzunehmen und zu verarbeiten, stelle sich erst langsam wieder ein, berichten diese. Zudem hört man mit einem CI offenbar auch anders als zuvor, wie CI-Träger berichten, bei denen der Hörsturz erst kurze Zeit zurückliegt und die sich deshalb noch an ihre ursprüngliche Stimme erinnern konnten. Diese klinge jetzt metallisch-blechern. Daran gewöhne man sich jedoch sehr schnell. 

Behandlungsmethode für jeden nach einem Hörsturz geeignet

Ein Vorteil des CI ist es, dass die Behandlungsmethode nicht für bestimmte Altersklassen beschränkt ist. Ab 2014 sollen auch Kinder das Implantat bekommen können. Bei diesen treten zwar seltener Hörsturz und Tinnitus gemeinsam auf, was zur Taubheit führt. Dafür leiden sie häufig unter Mittelohrentzündungen, die ebenfalls zu einem Hörsturz führen können. Kinder, die deshalb ihr Gehör verloren haben, können mit einem CI sogar weitgehend normal die Schule besuchen, sind die Ärzte überzeugt.

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