Hörgerät: Wer zu lange wartet, wird bestraft

April 15, 2016

Wer zu lange mit der Entscheidung zögert, ein Hörgerät anzuschaffen,
wird bestraft. Probleme bereitet nicht die Technik, sondern das Gehirn

Dies berichtet das Apothekerportal "aponet" unter Berufung auf den Berufsverband der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte. Demnach haben etwa 50 Prozent aller Personen, die ein Hörgerät tragen, Probleme, mit jenem umzugehen. Die Maschine ist daran aber häufig völlig unschuldig. Stattdessen haben die betreffenden Personen einfach zu lange gezögert, sich ein Hörgerät anzuschaffen. Im Schnitt dauere es sieben Jahre von dem Moment, in dem Personen merken, dass sie signifikant schlechter hören, bis zur Anschaffung der Hörhilfe, so die HNO-Ärzte. Dies sei einfach deutlich zu lang. Das Gehirn mache dann Probleme. Und nicht das Hörgerät.

Das Hörgerät und die Filterfunktion des Gehirns

Der Mensch hört faktisch jeden Tag eine Vielzahl von Geräuschen, die er jedoch nicht wahrnimmt. Das beste Beispiel hierfür ist der Herzschlag. Hinzu kommen zahlreiche Alltagsgeräusche, an die man sich im Laufe der Zeit einfach gewöhnt hat. Beispielsweise das Rauschen vom Fernseher. Das Hirn filtert diese Geräusche. Man nimmt sie erst wahr, wenn sie sich signifikant verändern und auf diese Weise ein Problem oder sogar eine Bedrohung signalisieren. Jeder Autofahrer reagiert beispielsweise sehr sensibel, wenn das Motorgeräusch des Fahrzeugs plötzlich anders klingt. 

Das Problem ist, dass diese Filter nicht dauerhaft im Gehirn kodiert sind. Sie können vergessen werden. Genau dies passiert, wenn man schlechter hört. Viele Alltagsgeräusche werden nicht mehr wahrgenommen. Das Hirn denkt, der Filter ist nicht mehr notwendig. Jener wird gelöscht. Trägt man nun ein Hörgerät, so bringt jenes die Geräusche zurück. Klassischerweise berichten Personen, die erstmals ein Hörgerät tragen, sie würden wieder Vogelgezwitscher wahrnehmen. Oder das Rascheln einer Zeitung beim Umblättern. Das Hörgerät macht eigentlich alles richtig – nur fehlt der Filter des Gehirns, weshalb die Geräuschkulisse als unangenehm wahrgenommen wird. 

HNO-Ärzte: Hörgerät so früh wie möglich anschaffen

Die einfachste Lösung ist es, dass es gar nicht erst soweit kommt. Die HNO-Ärzte raten dazu, präventiv tätig zu werden. Je früher man sich ein Hörgerät anschafft, umso besser ist es. Das Gehirn hat dann die Filter noch nicht gelöscht. Das Hörgerät ermöglicht in einem solchen Fall ein weitgehend normales Höhrerleben. Es findet nur eine kleine Anpassung daran statt, dass man viele Geräusche klarer wahrnimmt. 

Filter gelöscht: Dem Gehirn Zeit geben

Zwangsläufig fragt man sich natürlich, was ist, wenn es bereits zu spät ist. Was soll man tun, wenn die Filter bereits gelöscht sind? Vereinfacht gesagt muss man dem Hörgerät und dem Gehirn Zeit geben. Viele Menschen, die ihr Hörgerät als unangenehm empfinden, nehmen es, wann immer es möglich ist, heraus. Dies ist jedoch genau falsch! Wenn das Hörgerät dauerhaft die Geräusche zurückbringt, bildet das Gehirn von neuem die Filter aus. Viele Menschen, die dauerhaft ein Hörgerät tragen, sagen, sie hätten sich irgendwann daran gewöhnt. Faktisch sind ihre Filter zurückgekehrt. 

Hinzu kommt, dass die Technik im Laufe der letzten Jahre deutliche Fortschritte gemacht hat. Ein Hörgerät kann heute sehr viel besser auf die störenden Hintergrundgeräusche eingestellt werden. Viele Personen, die früher einmal einem Hörgerät eine Chance gegeben haben, aber unzufrieden waren, wissen dies nicht. Sie glauben, dass ein aktuelles Hörgerät zwangsläufig die identischen Probleme wie damals bringen müsse. Dabei ist dies nicht zutreffend. 

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