Hörgerät der Zukunft: Mehr Freiheit für Schwerhörige

Dezember 15, 2016

In Zukunft wird das Hörgerät noch leistungsstärker. Drei Innovationen, die Schwerhörigen mehr Freiheiten geben, sind marktreif

Grundsätzlich vertraut ein neues Hörgerät künftig sehr viel stärker auf Synergie-Effekte als bislang. Damit ist die Kombination unterschiedlicher Technologien gemeint, die bereits bestehen. Für viele Probleme, mit denen Hörhilfe-Träger bislang zu kämpfen hatten, gab es anderorts bereits Lösungen. Die Branche und die Forschung führen diese Ansätze zusammen. So entsteht ein Hörgerät, das seinem Träger völlig neue Freiheit bieten kann.

Das Hörgerät lässt sich in Zukunft kontaktlos aufladen

Ein großes Problem aller Träger von Hörgeräten ist der Ladevorgang des Akkus. Bislang brauchte die Hörhilfe hierfür einen Kontakt zur Ladestation. Neuartige Akkus ("Lithium Ionen Akkus") ändern dies nun. Das Hörgerät kann in Zukunft kontaktlos aufgeladen werden. Die Branche bediente sich hierfür bei Konzepten aus der Smartphone- und Smartwatch-Industrie. Apple hat beispielsweise für seine AppleWatch ein Verfahren entwickelt, das die Aufladung über Sensoren gestattet. Ein neues Hörgerät soll vergleichbar aufgeladen werden. Der Träger betritt einen Raum. Ein Sensor im Hörgerät erkennt den Kontakt zur Ladestation. Die Hörhilfe wird über die Luft aufgeladen. Theoretisch muss das Hörgerät überhaupt nicht mehr aus dem Ohr genommen werden. 

Hörgerät kann künftig Geräusche ein- und ausblenden

Ein weiteres klassisches Problem für jeden Hörgeräte-Träger ist eine zu große Geräuschkulisse. Im Café kommen zu viele Töne von allen Seiten. Dies erschwert es beispielsweise, Gespräche zu verfolgen. Bislang war dieses Problem ungelöst. Dabei gab es längst Technologien, die helfen könnten. Per Mikrofon lassen sich beispielsweise problemlos Tonspuren unterscheiden. Skandinavische Forscher haben den Ansatz genutzt und das "Brain-Hearing"-Konzept entwickelt. Ein neuer Chip scannt nach Geräuschen 360 Grad um den Träger herum. Dabei trennt er die unterschiedlichen Geräuschquellen. Er übernimmt die entsprechende Aufgabe des Gehirns. Mit einem gekoppelten Smartphone kann das Hörgerät bestimmte Geräusche ein- und ausblenden. So wird es beispielsweise möglich, einem Geräusch ohne Probleme zu folgen. Das Potenzial der Idee reicht noch sehr viel weiter, so die skandinavischen Forscher. Mittels Internetdiensten möchte man beispielsweise Telefonate direkt ins Hörgerät übertragen. 

Hoffnungen machen soll der Ansatz auch Tinnitus-Patienten. Mindestens können die Töne im Ohr durch eine gezielte Steuerung der Geräusch-Kulisse überlagert werden. Theoretisch hoffen die Forscher darauf, einen Tinnitus mit ihrem Hörgerät einfach ausschalten zu können. Dies sei allerdings noch weit entfernte Zukunftsmusik, bremsen sie übertriebene Hoffnungen.

Hörgerät und Cochlea-Implantat sollen zusammenarbeiten

Grundsätzlich kann man zwei Hörhilfen unterscheiden: Das Hörgerät und ein Cochlea-Implantat. Beide konnten bislang nicht zusammenarbeiten. Dabei ist das Potenzial einer solchen Kooperation enorm. Über ein Hörgerät ließe sich ein Implantat einfach steuern und einstellen. Das Implantat könnte dem Hörgerät als eine Art Verstärker bei Bedarf zugeschaltet werden. Als Beispiel: Bei einem Konzert genügt das Hörgerät. Beim vertraulichen Gespräch mit Freunden oder am Arbeitsplatz wird das Implantat zugeschaltet. Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Oldenburg, der Jade Hochschule Oldenburg und der medizinischen Hochschule Oldenburg führt die Technologien zusammen. Profitieren werden davon insbesondere Patienten, die unter einer starken Schwerhörigkeit zu kämpfen haben. 

Entwicklung geht rasant weiter

Die Oldenburger Forscher prophezeien zudem, dass sich das Hörgerät in Zukunft rasant weiterentwickeln wird. Die Branche werde von den unterschiedlichen Ansätzen profitieren und diese in immer besseren Hörhilfen zusammenführen. Viele Menschen mit einem etwas älteren Hörgerät wüssten überhaupt nicht, was die Hörhilfen schon heute leisten könnten. 

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