Gegen das Rauschen im Ohr: Musiktherapie macht Hoffnung

Januar 8, 2013

Um das Rauschen im Ohr zumindest lindern zu können, zeigt sich 
eine vielversprechende Möglichkeit – die Neuromusiktherapie.

Dabei geht es um die Symtome des akuten Tinnitus als Rauschen, Pfeifen, Zischen im Ohr usw. Am Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DMZ) in Heidelberg haben 25 Patienten im Rahmen einer experimentellen Studie einen solchen Behandlungsweg durchlaufen. Dabei konnte bei fast allen Studienteilnehmern eine deutliche Verbesserung der Symptome festgestellt werden: Das Rauschen im Ohr habe deutlich abgenommen oder sich sogar komplett aufgelöst, berichten die Forscher.

Musik gegen das Rauschen im Ohr: Ergebnisse sollen abgesichert werden

Die Heidelberger wollen in einer zweiten Therapierunde die Ergebnisse absichern. Dafür werden noch 15 Patienten gesucht, die bereit sind, sich vor Ort behandeln und untersuchen zu lassen. Zudem müssen sie bereit sein, in regelmäßigen Abständen immer wieder im Zentrum für Musiktherapieforschung zu erscheinen. Auf diese Weise soll herausgefunden werden, ob die musiktherapeutischen Erfolge gegen das Rauschen im Ohr nur kurzfristiger Natur sind oder auch mittel- und langfristig bestehen bleiben. Neben Patienten mit einem akuten Tinnitus dürfen sich auch Betroffene von einem chronischem Tinnitus melden.

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Patienten profitieren von Kooperation mit Fraunhofer-Institut gegen das Rauschen im Ohr

Schon seit September 2012 pflegt das DMZ eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau. Ziel der gemeinsamen Tätigkeit ist eine verbesserte Diagnostik und Therapie des akuten Tinnitus mit Rauschen im Ohr. Im Rahmen der Kooperation entwickelt das Fraunhofer-Institut beispielsweise auch eine Smartphone-Applikation, durch welche musiktherapeutisch einige Hirnareale der Tinnitus-Patienten genau stimuliert werden sollen, um so das Rauschen im Ohr aufzulösen. Die Patienten der neuen Studie sind die ersten Profiteure der neuen Zusammenarbeit, denn die Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut gibt den Forschern des DMZ neue technische Möglichkeiten an die Hand, um bei jedem Patienten das Rauschen im Ohr individuell besser zu diagnostizieren und die Therapie auf diese Weise maßgeschneidert gestalten zu können.

Musiktherapie kein neuer Ansatz in der Tinnitus-Behandlung

Die Musiktherapie gilt schon lange als Alternative zu der medikamentösen Tinnitus-Behandlung, die oft erfolglos oder sogar gefährlich ist. In den meisten deutschen Großstädten bieten gelernte Musikpädagogen oder Musiktherapeuten einen solchen Ansatz an das Rauschen im Ohr zu beseitigen, der zum Teil auch Erfolge verzeichnet. In den Augen der Forschung krankt eine solche Behandlung jedoch daran, dass ihr die wissenschaftliche Untermauerung und die geeignete medizinische Begleitung der Patienten fehlt. Das DMZ geht deshalb schon seit Jahren den Weg über die neuromusiktherapeutische Therapie. Dies bedeutet, das Gehirn als der Ort, wo nach herrschender Meinung das Rauschen im Ohr entsteht, wird bei jedem Behandlungsschritt einbezogen. Im Rahmen der experimentellen Studie werden beispielsweise zwei Bildgebungen durch ein MRT durchgeführt. Auf diese Weise sollen alle Auswirkungen der Therapie gegen den akuten Tinnitus im Gehirn sofort dokumentiert und ausgewertet werden können, um das Rauschen im Ohr besser zu bekämpfen.

Behandlung des chronischen Tinnitus macht Hoffnung

Das DMZ setzt die Musiktherapie bereits seit Jahren erfolgreich zur Behandlung des chronischen Tinnitus ein. Bei 80 Prozent der Patienten konnte eine deutliche Verbesserung des Rauschen im Ohr erreicht werden. Dieser Wert soll in Zukunft noch einmal deutlich ansteigen. Chronisch bedeutet, dass die Symptome (Pfeifen und/ oder Rauschen im Ohr) bereits länger als drei Monate bestehen. Ein akuter Tinnitus liegt dann vor, wenn die Symptome weniger als zwölf Wochen bestehen und die Behandlung durch einen HNO-Arzt keine Entlastung brachte. Die Forschung konzentrierte sich in der Vergangenheit im Schwerpunkt auf den chronischen Tinnitus, weil dieser zum einen diagnostisch einfacher abzusichern ist und zum anderen Menschen häufig jahrelang belastet.

Das DMZ ist gemeinnützig

Das DMZ wurde im Jahr 1995 gegründet und ist mittlerweile als gemeinnützig anerkannt. Es finanziert sich fast ausschließlich über Forschungsgelder und Spenden. Die Therapien gegen das Rauschen im Ohr sind das Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Psychologen, Musiktherapeuten und Musikwissenschaftlern. Für positive Schlagzeilen sorgte in der Vergangenheit vor allem die Tinnitus-Ambulanz des Hauses, in der Patienten zeitnah eine Linderung ihrer Symptome erreichen konnten. Ziel der Einrichtung ist die Vereinigung von Forschung, Weiterbildung sowie Praxis unter einem Dach.

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