Entspannung gegen Tinnitus: Stressabbau bei Ohrgeräuschen

Januar 18, 2013

Entspannung gegen Tinnitus: Der Zusammenhang von Stress und dem Auftreten
von Tinnitus ist zwar längst noch nicht erschöpfend erforscht, aber er besteht
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daran lassen viele entsprechende Umfragen keinen Zweifel. Es liegt deshalb nahe, Stressreduktion, Entspannungstechniken und eine generelle Entschleunigung des Lebensrhythmus in jede umfassende Therapie mit Entspannung gegen Tinnitus zu integrieren. Entscheidend dabei ist, dass der Patient eine ehrliche Selbstwahrnehmung im Bezug auf seinen Stresslevel zu formen bereit ist (Woher kommen meine Ohrgeräusche?) und sich anschließend mit den verschiedenen verfügbaren Entspannungstechniken auseinandersetzt – denn nicht jede wirkt bei jedem Patienten bei Entspannung gegen Tinnitus gleich effektiv.

Bei Stress hilft bei Entspannung gegen Tinnitus erstmal nur eins: Runterschalten.

Unterschiedlichste Studien der letzten Jahre kommen einhellig zu dem Ergebnis, dass ein erhöhtes Stresspensum mit dem ersten Auftreten von akutem Tinnitus überdurchschnittlich häufig einher geht. Zusätzlich nimmt die Wirksamkeit der Behandlung von chronisch gewordenem Tinnitus bei einem gleichbleibend hohem Stresslevel deutlich ab. Tinnituspatienten geben, nach der selbst eingeschätzten Ursache der Ohrgeräusche gefragt, zu einem Viertel Stress als Auslöser an. Diese Beobachtung hilft einerseits bei der Therapiegestaltung mit Entspannung gegen Tinnitus.

Andererseits erfordert sie auch eine ausgeprägte Compliance, also Mitwirkung des Patienten. Denn für jeden Menschen liegt die Stressgrenze woanders und die Stressfaktoren sehen  unterschiedlich aus. Offensichtliche Faktoren sind belastende, berufliche Aufgaben oder ein physisch wie psychisch anstrengendes Arbeitsumfeld. Gleichzeitig ist es für Patienten wie Therapeuten wichtig, auch andere Stressfaktoren als essenziell anzuerkennen, wie etwa die Mehrfachbelastung durch Kinder und Haushalt oder eine seelisch unbewältigte Herausforderung. Auch der Besuch einer Tinnitus Klinik kann helfen, die Tinnitus Symptome und ihre Ursachen schneller zu finden. In jedem Fall aber sollte die erste Reaktion auf einen auftretenden Tinnitus immer sein, einen Gang zurückzuschalten und sich rauszunehmen aus den am stressigsten empfundenen Faktoren.

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Positive Stressbewältigungsmechanismen für Körper und Geist

Natürlich ist dies leichter gesagt als getan; vor allem, dass das Tinnitusgeräusch (z.B. Brummen im Ohr) selbst noch zusätzlich als Stressursache empfunden werden kann. Hier geraten Patienten oft an die Grenze ihrer Bewältigungsfähigkeiten – und hier werden auch die Vorteile der Entspannungstechniken gegen Tinnitus wirksam. Diese verlangen dem Patienten nämlich keine weitgreifenden Problemlösungsprozesse ab. Stattdessen unterstützen sie ihn auf eine von außen wirkende, strukturierte Weise dabei, Inseln der Ruhe im Alltag zu finden. Sie gehören damit einerseits zu den sogenannten positiven Stressbewältigungsmechanismen, im Gegensatz zu destruktiven Rückzugstendenzen wie Resignation oder Flucht. Andererseits sind sie sowohl den kognitiven Therapieansätzen  mit Entspannung gegen Tinnitus wie den physiologischen zuzuordnen, beziehen den Patienten also als Einheit von Körper und Geist ein. Das ist schon deshalb vorteilhaft, weil genau diese Abkoppelung des Körpers vom Denken charakteristisch für Patienten ist, die unter hohem Stress und ausgeprägten Erwartungshaltungen an sich selbst leiden.

Das ist vor Aufnahme der Entspannungstherapie zu berücksichtigen

In jedem Fall sollte gleichzeitig mit der Entspannungsmethode noch eine weitere Form körperlicher Betätigung aufgenommen werden, so dass sich Phasen der Entspannung mit Phasen pro-aktiver Bewegung abwechseln. Häufig berichten Patienten natürlich auch entmutigt, dass das Ohrgeräusch (z.B. Pfeifen im Ohr) während der Entspannungspraxis zunächst eher noch lauter wird. Das ist normal, da die meisten Entspannungstechniken einen Rückzug aus lauter Umgebung und Gesprächen beinhalten. Gleichzeitig wird die notwendige Konzentration und innere Ruhe, die zum Abnehmen der Geräuschwahrnehmung notwendig ist, noch nicht erreicht. Es dauert also eine Zeit, bevor sich ein wirklich entspannter Zustand einstellt – darauf muss sich der Patient vorbereiten. Dann können zwei Prozesse parallel einsetzen. Kognitiv lernt der Patient, sich in Achtsamkeit auf die positive Körperwahrnehmung zu konzentrieren. Dies lenkt die Aufmerksamkeit auch langfristig vom vorhandenen Geräusch ab und erhöht generell die Toleranz gegenüber seiner Präsenz. Körperlich können die Entspannungsübungen zur Schlafverbesserung führen, die Muskelspannung regulieren, das Herz-Kreislauf-System stärken und das Nervensystem stabilisieren: sämtlich Körperfunktionen, die als am Tinnitusentstehen beteiligt angenommen werden.

Welches Entspannungsverfahren ist das Richtige?

Diese Frage kann eigentlich nur von der Praxis beantwortet werden. Patienten reagieren auf die zur Verfügung stehenden Techniken erfahrungsgemäß sehr verschieden – und es kann eine Weile dauern, bevor hier die richtige Therapieform gefunden ist. Die möglichen Gründe für das störende Geräusch, z.B. Ohrenrauschen können sehr unterschiedlich sein.

Viele Patienten wenden sich zunächst dem Autogenen Training zu, einer Form der Selbstsuggestion, die unter Anleitung gelernt werden sollte, danach aber auch zu Hause praktiziert werden kann. Sie kann unmittelbar immer dann eingesetzt werden, wenn der Tinnitus besonders unangenehm wird (z.B. Rauschen im Ohr); oder aber profilaktisch und regelmäßig. Eine Ausweitung des Autogenen Training sind imaginative Reisen oder Visualisierungen.

Bei der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen (PMR) spannt der Patient alle Muskelgruppen nacheinander kurz an und entspannt sie dann wieder. Diese Methode ist leicht zu erlernen und funktioniert auch bei Patienten, die große Schwierigkeiten haben, zu entspannen.

Mediation bedarf dementgegen einiger Übung, bevor es zu messbaren Erfolgen kommt. Danach können Patienten allerdings oft sogar eine jahrelange, falsche Hörverarbeitung auflösen, die den chronischen Tinnitus verlängern kann. Meditationen können still, in Konzentration auf den eigenen Atem oder mit Klängen realisiert werden. Letzteres fällt gerade Tinnituspatienten oft leichter.

Mischformen aus Entspannung und Bewegung sind zum Beispiel Tai Chi/Qigong, die Feldenkrais-Methode oder Yoga. Hier wird der Geist über die Körperebene beruhigt. Die bewusste langsam und fließend ausgeübten Bewegungen verändern die Körperwahrnehmung oft essenziell und erlauben einen konstruktiven Umgang mit der Tinnituserkrankung.

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